Was ist Trigger-based Marketing und wie funktioniert es?

Was ist Trigger-based Marketing und wie funktioniert es?

Haben Sie schon einmal Artikel in einen Online-Warenkorb gelegt und den Kauf aus irgendeinem Grund abgebrochen? Einen Tag später erhalten Sie dann eine E-Mail des Unternehmens. Darin erinnert es Sie an den abgebrochenen Einkauf und fordert Sie auf, den Kaufvorgang fortzusetzen. Dies ist ein klassisches Beispiel für Trigger-based Marketing. Es handelt sich um eine B2C- und B2B-Strategie, um Kund*innen und Interessenten die richtige Botschaft zum richtigen Zeitpunkt zu senden.

Trigger-based Marketing – Definition

Trigger-based Marketing oder Event-based Marketing ist eine Marketingtechnik, die auf Automatisierungstechnologien und Big Data basiert. Diese Strategie ermöglicht das automatisierte Versenden von E-Mails und Benachrichtigungen an potenzielle oder tatsächliche Kund*innen nach einem bestimmten Ereignis.

Dieses Ereignis kann eine Benutzeraktion sein, wie das Herunterladen eines E-Books oder die Installation einer App. Es kann auch ein bestimmtes Datum wie Weihnachten, Vatertag oder Black Friday sein. Durch die frühzeitige Erkennung dieser Ereignisse können Vermarkter*innen auf diese Signale sofort mit einer Reihe von vorab festgelegten Nachrichten und Angeboten reagieren. Dies bietet Ihnen eine leistungsstarke Möglichkeit, sich automatisch, nahtlos und effektiv in die Life Journey Ihrer Kund*innen zu integrieren.

Alternative zur Mailing-Kampagne

Trigger-based Marketing gilt als der alternative Ansatz für die herkömmliche Mailing-Kampagne, die wir kennen. Anstatt Ihre Kund*innen gleichzeitig mit einem Standard-Newsletter zu bombardieren, liefern Sie mit dieser Strategie personalisierte und relevante Inhalte. Dadurch wirken Trigger Mails weniger aufdringlich oder verkaufsorientiert. Sie basieren ausschließlich auf den individuellen Erfahrungen Ihrer Kund*innen, was ihre Effektivität deutlich steigert.

Die 4 Marketing Automation Trigger

Grundsätzlich kann man vier Arten von Marketing Automation Trigger, also Auslösern von Marketingaktionen, unterscheiden.

1. Wiederkehrende Trigger

Dieser Trigger basiert auf den aktuellen Kundendaten wie Geburtsdatum oder Änderung des Familienstandes. Er kann auch auf bestimmten Meilensteinen beruhen, wie dem Tag, an dem sich der*die Kund*in für Ihre Dienste angemeldet hat, oder der "Geburt" Ihres Unternehmens. Diese Art von Trigger Mails kann die Transaktionsraten um 481% erhöhen, insbesondere in Verbindung mit einem Rabattcode.

Beispiel: Content-Marketing-Tools senden automatische Jubiläums-E-Mails an Kund*innen wie diese: "Alles Gute zum Jubiläum! Ein Jahr ist vergangen, seit Sie unserer Plattform beigetreten sind. Unten finden Sie eine extra Belohnung, um diesen besonderen Tag zu feiern!". Diese einfache Geste zeigt, wie sehr das Unternehmen seine Kund*innen und die Beziehung zu ihnen schätzt.

2. Verhaltensbasierte Trigger

Diese Art von Trigger basiert auf dem Verhalten und den Online-Aktivitäten der Kund*innen. Das kann beispielsweise die Anmeldung für Ihren Newsletter sein, das Herunterladen Ihres Whitepaper, das Abonnieren Ihrer Dienstleistungen oder das Folgen Ihrer Marke in den sozialen Medien.

Beispiel: Softwarelösungen nutzen Marketing Automation, um sich bei Nutzer*innen zu bedanken, die einen Teil ihrer Inhalte heruntergeladen haben. In diesem Zuge werden auch andere relevante Inhalte empfohlen, was den Ruf des Unternehmens als wertvolle Ressource weiter stärkt.

3. Schwellenbasierte Trigger

Dieser Trigger wird aktiviert, sobald eine Kundenaktion einen bestimmten Schwellenwert erreicht. Das kann zum Beispiel die Zeit der Inaktivität, eine bestimmte Anzahl von Käufen oder eine Ausgabengrenze sein.

Beispiel: Webflow, ein SaaS-Unternehmen für Website-Hosting, verschickt Trigger-E-Mails wie diese, um inaktive Abonnent*innen wieder anzusprechen: "Seit wir Sie das letzte Mal gesehen haben, haben 10.234 Designer angefangen, unser CMS zu benutzen." Wie Sie sehen können, nutzt der Text einen FOMO-Ansatz (Fear of Missing Out), indem er die Beliebtheit des Produkts aufzeigt. Dies verleitet die Abonnent*innen dazu, wiederzukommen.

4. Transaktionale Trigger

Ein transaktionaler Trigger ist besonders wichtig für diejenigen, die eine E-Commerce-Website haben. Er wird häufig verwendet, um Kund*innen zu erinnern, die ihren Einkaufswagen verlassen haben, oder solche, die viel Zeit auf einer bestimmten Produktseite verbracht haben. E-Mails zu abgebrochenen Warenkörben sind besonders nützlich, da sie eine Öffnungsrate von 45%, eine Click-Through-Rate von 21% und eine Konversionsrate von 10,7% aufweisen.

Beispiel: Der Microsoft Store verwendet automatische Trigger Mails, um Kund*innen an die Artikel zu erinnern, die sie im Warenkorb vergessen haben. Squarespace, ein Website-Hosting-Unternehmen, verwendet ebenfalls automatische Transaktionsmails, um seine Kund*innen an den bevorstehenden Ablauf ihres Abonnements zu erinnern.

Vorteile von Trigger-based Marketing

Trigger-based Marketing ist besonders beliebt in der B2B-Branche, wo sehr viele Unternehmen Techniken zur E-Mail-Automatisierung einsetzen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Gründe, warum Sie diese Strategie in Ihre Marketingkampagne einbauen sollten:

Automatisierung von Prozessen

Der offensichtlichste Grund für den Einsatz von Trigger Mails ist die Automatisierung. Unternehmen, die ihr E-Mail-Marketing automatisieren, versenden mit 133% höherer Wahrscheinlichkeit Nachrichten, die mit den Kaufzyklen ihrer Kund*innen übereinstimmen. Dies führt wiederum zu 18-mal mehr Umsatz. Automatisierte E-Mails benötigen auch keine Zeit, sobald sie erstellt sind. Sie können rund um die Uhr verschickt werden.

Relevanz und Timing

Wussten Sie, dass 61% der Nutzer*innen E-Mails von Unternehmen nicht öffnen, weil sie einfach nicht interessiert sind? Das ist eine ganze Menge. Hier hilft das Trigger-based Marketing. Es stellt sicher, dass Ihre Interessent*innen und Kund*innen Ihre E-Mails dann erhalten, wenn sie für sie relevant sind. Das Ergebnis ist, dass sie Ihre Botschaften positiv bewerten und aufgeschlossener gegenüber Ihrem Angebot sind.

Effektivität

Laut dem Blueshift Report 2020 sind Trigger Mails um 497% effektiver als Batch- und Blast-E-Mails. Sie haben außerdem eine um 468% höhere Klickrate und eine um 525% höhere Konversionsrate. Auch Push-Benachrichtigungen sind 1.490% effektiver, wenn sie getriggert werden!

Schnellere Segmentierung

Die meisten Unternehmen verwenden unterschiedliche Kundensegmente für ihre Marketingkampagnen. Manuell kann die Ansteuerung der einzelnen Segmente sehr lange dauern, vor allem, wenn Ihr Unternehmen ständig expandiert. Ein automatisiertes E-Mail-Marketing kann diese Zeit erheblich verkürzen und den Vermarkter*innen den Rücken freihalten, um andere Dinge zu tun. Je nach Plattform können Sie Kundendaten einfach per Drag-and-Drop einfügen, Variablen hinzufügen, die zum Angebot passen, oder potenziellen Kund*innen mithilfe einer prädiktiven Analyse eine Nachricht schicken.

Herausforderungen des Trigger-based Marketing

Trigger-based Marketing ist zweifellos eine sehr rentable Marketingstrategie. Damit sie funktioniert, müssen aber auch einige Herausforderungen gemeistert werden:

1. Datenlatenz

Ein großer Teil Ihres Erfolgs mit Trigger-based Marketing hängt von der Aktualität und Verfügbarkeit der Daten ab. Die meisten Unternehmen versuchen, Daten in einem Marketing Data Mart oder einem gemeinsamen Data Warehouse zu zentralisieren. Das Problem dabei ist, dass der Prozess der Datenstandardisierung und der Migration in die Datenbank Zeit in Anspruch nimmt. Das kann zu Latenzen führen. Diese Latenzzeit kann sich dann auf die Daten auswirken, auf die sofort reagiert werden soll.

Beispiel: Potenzielle Kund*innen besuchen Ihre Website, legen Produkt A in ihren Einkaufswagen und brechen diesen Vorgang wieder ab. Aufgrund der Datenlatenz dauert es drei Wochen, bis das Automatisierungstool den Kund*innen eine Follow-up-E-Mail schickt. Zu diesem Zeitpunkt haben sie das Produkt mit großer Wahrscheinlichkeit bereits bei einem anderen Unternehmen gekauft. 

2. Datenpflege

E-Mail-Automatisierung ist keine Strategie, die Sie einmalig einrichten und dann wieder vergessen können. Sie müssen Ihre Daten konsequent pflegen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie in einem Omnichannel-System arbeiten, bei dem die Daten aus verschiedenen Quellen stammen. Sie müssen sicherstellen, dass alle diese Daten aktualisiert werden und bei Bedarf sofort verfügbar sind. Das kann eine Herausforderung darstellen, vor allem wenn Ihr Unternehmen noch ganz am Anfang steht.

Wie Sie oben sehen können, ist die Marketing Automation immer nur so stark wie Ihre Daten. Sie sind der Schlüssel für ein erfolgreiches Trigger-Marketing. Ohne die richtigen Daten zur richtigen Zeit wird diese Strategie nicht funktionieren.

Customer Data Platform als Basis für Trigger-based Marketing

Wie erfassen und überwachen Sie nun all diese Daten, wenn Ihre Kund*innen über verschiedene Quellen (Blog, soziale Medien, App, Website usw.) mit Ihrem Unternehmen in Kontakt treten? Die Antwort ist einfach. Sie brauchen eine hochmoderne Kundendatenplattform als Grundlage für Ihre Trigger-based Marketingkampagne. Diese hilft Ihnen, Ihre Kundendaten zu organisieren, zu vereinheitlichen und von einem Ort aus darauf zuzugreifen.

Wir empfehlen die Pimcore CDP

Eine der besten Lösungen hierfür ist die CDP (Customer Data Platform) von Pimcore. Sie ermöglicht Ihnen nicht nur die Speicherung und Verwaltung von Kundendaten. Sie führt auch Kundenaktivitäten aus verschiedenen Quellsystemen zusammen. Dies beseitigt Datensilos und bietet eine einheitliche Sicht auf die relevanten Daten, die für Trigger-based Marketing benötigt werden.

Darüber hinaus ermöglicht Pimcores Kundendatenplattform die Personalisierung in Echtzeit auf der Grundlage der Kundensegmentierung. Mit den Tools des CDP-Plug-ins können Sie außerdem jede Aktion im Zusammenhang mit Kund*innen automatisieren. Letztendlich können Sie mit der Kundendatenplattform eine konsistente Kundenerfahrung über alle Kanäle hinweg bieten.

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Beitrag von Dr. Alexandra Feigel
Dr. Alexandra Feigel zeichnet für den Bereich New Business verantwortlich. Als Expertin für digitale Markenkommunikation berät sie Kundinnen und Kunden in Erstgesprächen in Bezug auf Konzept und Strategie. Des Weiteren entwickelt sie zusammen mit der Geschäftsführung Kommunikations- und Positionierungsstrategien für die mds.

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