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Virtual Reality auf der IFA 2017

War 2017 das Jahr von Virtual Reality auf der IFA? Es scheint zunächst nicht so. Denn Virtual Reality schwächelt – zumindest, was die Absatzzahlen der gern auch als „VR-Brillen“ bezeichneten Displays angeht: Mit etwas über 6,3 Millionen verkauften Einheiten 2016 – weltweit und herstellerübergreifend – sind die Zahlen ernüchternd.

In einem gewissen Sinn war die IFA 2017 aber tatsächlich eine „Virtual-Reality-IFA“: Die Head-Mounted Displays waren an zahlreichen Ständen zu sehen und wurden in unterschiedlichen Kontexten zur Unternehmenskommunikation eingesetzt. Lesen Sie mehr zu einem solchen Konzept in unserer Liebherr-VR-Fallstudie: Hier Case Study herunterladen!

Wir haben Hersteller und Anwender an ihren Messeständen besucht.

 

Sony Playstation VR oder: das lange Warten auf die Immersion

Bei Sony wollten Messebesucher die Playstation VR ausprobieren – es gab allerdings nur zwei Plätze, sodass sich schnell lange Schlangen bildeten. Es bleibt spannend, wie sich der Verkauf der VR-fähigen Konsolen PS4 und PS4 Pro weiter gestalten wird – aber die Sony-Verkaufsschlager (60 Millionen verkaufte Einheiten seit Markteinführung 2014) sind ein echter Hoffnungsträger für einen Aufschwung in Sachen Virtual-Reality-Plattform für ein breites Publikum.

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Virtual Reality auf der IFA: Bei Sony beeindruckten vor allem die Wartezeiten, um die Playstation VR zu testen

 

Samsung: 4D-Experience

Im Gegensatz zu Sony bot Samsung seinen Besuchern gleich reihenweise ein 4D-Erlebnis. Nutzer konnten hier die „Gear 360 VR“ ausprobieren. Hierbei handelt es sich um mit einer Optik ausgestattete Halterungen. Diese können ein Smartphone aufnehmen, das dann wiederum als eigentliches Display dient. Bei der IFA handelte es sich dabei um das Galaxy Note 8.

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In die Startposition und Feuer frei: Bei Samsung bewegte sich nicht nur das Bild, sondern auch die Sitzbank

 

Für die 4D-Experience nahmen die Anwender in einer Sitzreihe Platz, die auf das Videomaterial abgestimmte Bewegungen machte. Gezeigt wurde eine virtuelle Weltraumschlacht. Die User sahen das Kampfgetümmel aus dem Cockpit eines Fighters und konnten dabei mit einem Controller auch Feuer auf vorbeifliegende Feinde geben.

 

 

 

Noch intensiver wird das Erlebnis mit voll beweglichen Einzelsitzen. Das ist wohl ebenfalls kaum etwas für das heimische Wohnzimmer – und auch nur für absolut Schwindelfreie.

 

 

 

Microsoft und „Mixed Reality“

Microsoft zeigte gleich fünf neue Head-Mounted Displays unterschiedlicher Hardwarepartner. Die Headsets von Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo gehen unter dem Namen „Mixed Reality“ an den Start. Der Launch der neuen VR-Brillen ist für Mitte Oktober angekündigt, wenn das Windows Fall Creative Update ansteht. Warum der Konzern hierfür die Bezeichnung „Mixed Reality“ verwendet, erklärt Microsofts Director of Communications, Greg Sullivan, in diesem Gespräch mit der c’t.

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In Berlin waren alle fünf Modelle der Microsoft-Technologiepartner zu sehen

 

Noch mehr Virtual Reality auf der IFA

Richtig interessant wird VR, wenn die Technik aus den üblichen Gamer-Szenarien ausbricht – und das neue Medium für Belange der Unternehmens- oder Produktkommunikation genutzt wird. Solche VR-Präsentationen konnte man in den IFA-Hallen in unterschiedlicher Güte erleben.

Gorenje mit dem großen Sprung

Sehr gelungen war der „Skispringer“ des Hausgeräteherstellers Gorenje. Äußerlich bequem in einem Hängesessel schwebend, brettert der Besucher eine virtuelle Sprungschanze hinab, was sich auf die Magengegend spürbar auswirkt. Ein Ventilator sorgt für den nötigen Fahrtwind, und passende Geräusche verstärken die Immersion. Der Hängesessel tut sein Übriges, denn der fehlende Bodenkontakt der Füße sorgt für ein echtes Fluggefühl. Die Anwendung verlässt man entsprechend nur mit Herzklopfen und weichen Knien.

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Nur von außen unspektakulär: Kollege Scherfeld rast gerade eine virtuelle Sprungschanze hinab
(VR-Screenshot: Gorenje)

 

Gorenje spielt mit der Installation auf sein sportliches Engagement an: Das slowenische Unternehmen sponsert seit mehr als 20 Jahren die Nationalmannschaft der Nordischen Kombinierer. Damit ist zwar kein unmittelbarer Bezug zur Gorenje-Produktwelt hergestellt – das VR-Erlebnis allerdings prägt sich gut ein, und Nutzer verbinden es mit der Brand.

Das riecht nach Virtual Reality: Asko

Möbel- und Hausgerätehersteller Asko wartete mit einer virtuellen Realität der besonders immersiven Art auf. Das schwedische Unternehmen bespielte nicht nur Augen und Ohren seiner Messestandbesucher, sondern auch deren Nase.

Nutzer nahmen in einer kleinen Kabine Platz, wo sie mittels einer VR-Brille einen virtuellen Rundgang durch verschiedene Wohn- und Küchenszenarien unternehmen konnten. Der Clou: In der Kabine waren kleine Düsen angebracht, aus denen der passende Geruch zur Umgebung kam. Wurde im VR-Video zum Beispiel gerade gekocht, roch es nach Kräutern und gebratenem Hühnchen. Über die künstlichen Aromen kann man natürlich streiten – nicht aber über die Tatsache, dass sie ihre Wirkung keinesfalls verfehlten.

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„Sind diese Gerüche künstlich?“ – „Natürlich!“
Im Bild sieht man die verbauten „Geruchsdüsen“ in der VR-Kabine

 

Philips in den Virtual-Reality-Kinderschuhen

Philips bot in Halle 22 einen großzügigen Blick in sein Portfolio – vom Computermonitor bis zur elektrischen Zahnbürste. Bei der Avent-Reihe, einer Produktreihe von Babyartikeln, wurde die App „uGrow“ vorgestellt. Diese Smartphone-App kann sich mit anderen internetfähigen Geräten vernetzen – beispielsweise mit einem Smart-Ohrthermometer, einer Smart-Überwachungskamera (alias Smart-Babyfon) oder einem Smart-Luftbefeuchter.

Die Vorteile und Funktionsweise des Konzepts wollte Philips seinen Messebesuchern in einer VR-Anwendung erläutern. Allein, es blieb beim guten Willen, denn die Umsetzung der virtuellen Realität hatte so ihre Schwächen. Wenig überzeugende CGI-Bilder, eine hauchdünne Story, kaum Erklärtiefe und das Ganze gepaart mit einem Hang zu proprietären Produktbezeichnungen wie „Avent Smart Feeding Kit“ – in Summe kaum überzeugend.

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Sieht komisch aus: Die VR-Präsentation von Philips war gut gemeint, konnte aber nicht wirklich überzeugen

 

Von der Praxis zur Virtual-Reality-Theorie

Natürlich sind diese Bewertungen subjektiv – dem einen gefällt eine Präsentation mehr, dem anderen weniger. Warum ist das so? Wenn man herausfinden wollte, welche objektiven Kriterien und welchen theoretischen Unterbau es in der VR-Medienproduktion gibt, war man bei der IFA 2017 goldrichtig: denn beim IFA+-Summit gab es eine Reihe von Vorträgen und Podiumsdiskussionen rund um Virtual Reality.

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Moderiert wurde das Virtual-Reality-Panel von Melinda Crane

 

Thomas Wallner, Geschäftsführer der VR-Filmproduktionsfirma Deep Inc., sprach in seinem Initialvortrag über die Besonderheiten des Geschichtenerzählens im virtuellen Raum.

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Thomas Wallner sprach auf dem Summit über die Vor- und Nachteile von VR für das Storytelling

 

Wallner berichtete von interessanten Ansätzen wie nicht-linearen Storylines, aber auch von VR-spezifischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung und Konzeption von Filmen. Wie wird der Rezipient geführt? Wie wird verhindert, dass er nach links blickt, während rechts etwas Relevantes passiert? Wie setzt man einen Schnitt um, ohne Desorientierung zu verursachen? Fragen über Fragen. mds-Redakteur Patrick Scherfeld schreibt dazu mehr im Artikel „Storytelling und VR.

Fazit

Noch haben sich die Virtual-Reality-Displays am Markt nicht wirklich durchgesetzt, und die meisten Anwendungen bleiben auf den Gamer-Bereich beschränkt. Aber die steigende Anzahl von VR-Konzepten für die Unternehmenskommunikation, die jetzt auch auf der IFA zu sehen waren, lässt den Rückschluss zu, dass VR für das Marketing der Zukunft ein interessantes Medium sein wird.


Die mds berät Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von VR-Präsentationen. Erfahren Sie mehr auf unserer Seite zu Virtual Reality oder laden Sie unsere kostenlose Planungshilfe Produktpräsentation als PDF herunter.

Produktpräsentation_Planungshilfe

 

Blogbeitrag von Robert Nagel

Robert Nagel ist Redakteur bei der mds. Agenturgruppe. Er schreibt in Berlin zu strategischen und operativen Themen der Produkt- und Vertriebskommunikation.
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