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Oculus Go – Facebooks neue VR-Brille ist auf dem Markt

veröffentlicht von Patrick Scherfeld | 25.5.2018

Auf der jährlichen Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook am 1. Mai den Verkaufsstart der Oculus Go verkündet. Damit bringt das Unternehmen ein VR-Headset auf den Markt, das eine Lücke bei den bisherigen Virtual-Reality-Modellen schließen soll – und das zu einem Preis, der VR endlich massentauglich machen könnte.

Wie bereits im Sommer letzten Jahres angekündigt – wir berichteten –, hat die Facebook-Tochter Oculus nun den Verkauf ihrer neuen VR-Brille Oculus Go gestartet. Das Stand-alone-VR-Headset schlägt eine Brücke zwischen stationären, kabelgebundenen Headsets einerseits und VR-Brillengestellen für Smartphones andererseits.

Der Unterschied zu vollwertigen VR-Headsets wie HTC Vive oder Oculus Rift ist, dass die Oculus Go nicht mit einem leistungsstarken Rechner verkabelt werden muss. Stattdessen ist die Rechenpower direkt in das VR-Headset integriert. Verbaut wurde dabei der Vier-Kern-Prozessor Snapdragon 821 (hier finden Sie mehr Infos zu den technischen Spezifikationen der Oculus Go). Betriebssystem ist Android 7.1.2 („Nougat“).

Der aber wohl wichtigste Faktor ist der Preis. Der war bisher einer der Hauptgründe, warum die wenigsten eine VR-Brille unter dem Weihnachtsbaum hatten. Mit einem Verkaufspreis von 219 Euro soll die Virtual-Reality-Technologie nun aus der Nische der Gamer und VR-Nerds geholt und in die Wohnzimmer gebracht werden.

Oculus Go – der neue Standard für portables VR-Entertain­ment?

Aber warum kann die Oculus Go, was andere VR-Headsets sonst nur mit einem leistungsstarken Rechner im Rücken können? Die Antwort darauf lautet: Sie kann es nur bedingt. Insbesondere beim Tracking und bei Interaktionen müssen die Anwender Abstriche machen. VR-Spiele-Highlights mit hohem Immersions- und Interaktionsgrad, wie man sie beispielsweise von der Oculus Rift und der Playstation VR kennt, sind mit der Oculus Go in dieser Form nicht verfügbar.

Die Oculus Go zeigt ihre Stärken eher bei Videos: Hier glänzt sie sogar durch die im Vergleich zur „großen“ Oculus Rift höheren Auflösung. Die Positionierung als portable Entertainment-VR-Brille wird dadurch gefestigt, dass auch der Streamingdienst Netflix über die Oculus Go verwendet werden kann. Zusätzlich sollen laut VR Scout weitere Dienste Liveübertragungen von Konzerten und Sportveranstaltungen ermöglichen.

Der Trick mit dem Display

Damit der verbaute Qualcomm-Prozessor die WQHD-Auflösung tatsächlich liefern kann, bedient sich die Oculus Go eines kleinen Tricks beim Rendering („Fixed Foveated Rendering“), wodurch der Prozessor entlastet und Rechnerleistung gespart wird: Zwar wird in der Mitte des Displays auf vollen 1.280 x 1.280 Bildpunkten gerendert, zu den Rändern hin wird dieser Wert aber auf ein Viertel bis Sechzehntel verringert. Der Nachteil dieses Tricks ist, dass eben nur die Mitte des Bildschirms scharf ist. Technisch bessere Lösungen arbeiten mit Eye-Tracking, mit dem die Bildschärfe der Blickrichtung des Nutzers folgt. Das erfordert aber sehr viel mehr Rechenleistung und damit eben bislang ein stationäres Modell mit Kabel.

Und was gibt’s zu sehen?

Bislang fehlt der VR-Branche ein „Pokémon Go“, eine Anwendung also, die dem neuen Medium einen echten Hype verpasst (Virtual Reality: Wo bleibt der Hype?). Die Frage nach dem VR-Content ist daher extrem wichtig.

Für die Oculus Go sind viele Apps aus dem Samsung-Angebot für die Gear VR verfügbar: User können dadurch aus etwa 1.000 VR-Apps wählen. Nimmt man Videos und Filme dazu, ist vorerst wohl genug Material vorhanden, um die Alltagstauglichkeit des neuen Modells auf Herz und Nieren zu testen.

Der Speicher des kleinen Oculus-Go-Modells (32 GB) bietet laut Oculus Platz für zehn Spiele, 20 Apps und drei HD-Filme. Bei der 64-GB-Variante können zusätzlich vier weitere HD-Filme gespeichert werden, je nachdem wie groß die Filmdateien sind.

Gut oder schlecht? Presse­stimmen

Das Medienecho zur Oculus Go war grundlegend positiv. Dabei wurden immer der Tragekomfort und die einfache Bedienung hervorgehoben. Deutlich hingewiesen wurde allerdings auch immer wieder auf die eingeschränkte Funktionalität der Oculus Go, die sie vorerst eher zur VR-Videobrille macht und Top-Titel aus der VR-Gaming-Branche nicht wiedergeben kann. Nachfolgend einige O-Töne.

Die Onlinenachrichten-Website Mashable nennt die Oculus Go bereits „das iPhone der VR-Headsets“.

„Verdammt gutes Einsteigerprodukt.“ – Wired

„Die bislang bequemste und komfortabelste VR-Brille.“ – Engadget

„… dank des scharfen Displays, des großen Spieleangebots und der ungewohnten Handy-Freiheit ist die Cyberbrille eine interessante Alternative zum fairen Preis.“ – Computerbild

„Die Königslösung ist Oculus Go aber immer noch nicht (…)“. – Netzwelt

„Portable Spaß-Brille für Zwischendurch-VR.“ – Vrodo

„Wir vermissen aber einfach Positional Tracking für Headset und Controller.“ – Golem

„Mit der Oculus Go wird Virtual Reality mobil und preiswert.“ – Gamestar

Zusammenfassungen einiger Testberichte können bei VRODO nachgelesen werden.

Und Sie – haben Sie die Oculus Go bereits getestet? Was sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie uns doch einen Kommentar dazu.

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Thema: Virtual Reality

Blogbeitrag von Patrick Scherfeld

Patrick Scherfeld ist Redakteur bei der mds. Agenturgruppe. Er schreibt in Berlin zu strategischen und operativen Themen der Produkt- und Vertriebskommunikation.

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