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Blog für Vi­sua­li­sie­rung­en

Alles über Be­bil­der­ung in der Un­ter­neh­mens- und Pro­dukt­kom­mu­ni­ka­tion

Wie wertvoll CAD-Daten für das Marketing sein können

veröffentlicht von Michael Brodschelm | 9.5.2018

Von der Konstruktion direkt ins Marketing: Mit CAD-Daten können fotorealistische CGI-Produktbilder erstellt werden – auch wenn das Produkt vielleicht noch gar nicht existiert. Die Nutzung von CAD-Daten wird so zum idealen Ausgangspunkt für die Digitalisierung in Marketingabteilungen und für die Verkürzung der Time-to-Market.

Digitalisierung in Unternehmen ist ein so weit gefasster, schwammiger Begriff, dass kaum jemand weiß, was er genau bedeutet – spricht man jetzt von Industrie 4.0, von Cloud-Lösungen oder vom autonomen Fahren?

Ich möchte mich hier auf den Aspekt der digitalen Bildproduktion in Marketingabteilungen konzentrieren. Digitalisierung bedeutet dabei aber nicht einfach, dass man jetzt anstelle der Kleinbildkamera zur Digitalkamera greift oder gar fotografierte Produktbilder einscannt … Es geht vielmehr darum, mit besonders flinken Medienproduktionen die Time-to-Market systematisch und dauerhaft zu verkürzen.

Das wiederum geht, wenn man Produktvisualisierungen digital erstellen kann – selbst wenn man weder ein fertiges Produkt noch einen Prototyp in den Händen hält. CGI (Computer Generated Imagery) macht’s möglich. Die Grundlage für CGI und damit für die Digitalisierung der Produktbebilderung ist in den meisten Unternehmen praktischerweise bereits vorhanden: CAD-Daten.

Im Folgenden erkläre ich, wie diese CAD-Daten zu fotorealistischen CGI-Bildern werden und warum diese der perfekte Einstieg in die Digitalisierung Ihrer Marketingabteilung sind.

CAD (Computer Aided Design) bedeutet, dass Produkte rechnergestützt konstruiert werden. Diese virtuelle Modellierung der Objekte ist Basis für die Konzeptentwicklung und für technische Zeichnungen – und schließlich auch für die eigentliche Fertigung des Produkts.

CAD-Daten werden in der Produktentwicklung fast jeder Branche benutzt, um beispielsweise Bauwerke, Autos, Elektrogeräte und sogar Kleidung für die Produktion vorzubereiten und diese zu erleichtern. Doch auch für das Marketing bieten diese Daten einen Riesenvorteil: CAD-Daten bieten nämlich die Möglichkeit, Objekte aus jeder beliebigen Perspektive zu visualisieren. Damit lösen sie den „haptischen“ Prototyp als alleiniges Referenzobjekt für Produktbilder ab.

Was ist günstiger, die klassische Produktfotografie oder CGI-Bilder? Wir haben die Vor- und Nachteile beider Methoden verglichen. Klicken Sie hier, um sich das Whitepaper „Visuelle Kommunikation: CGI oder  Foto?“ herunterzuladen.

CAD? Ja, aber bitte in Schön.

Im Marketing ist es natürlich eine echte Erleichterung, wenn man Prototypen und Fotoshootings umgehen kann. Das bedeutet nicht nur einen Zeitvorteil – je nach Produkt können auch erhebliche Kosten eingespart werden.

Das ist insgesamt prima. Falls Sie schon einmal CAD-Dateien gesehen haben, fragen Sie sich aber vielleicht: Sehen die denn immer so aus? Also wie einer 80er-Jahre-Computerspieloptik? Wie ein Rohbau?

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CAD-Daten: Schnittmuster (Ausschnitt aus dem Originalbild) „T-FLEX-CAD-12“von TopSystemLTD, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Meistens schon. Aber das Format soll ja auch nur Konstruktionsdaten transportieren und keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Das ist natürlich ganz anders, wenn im Marketing ein Produktbild werben soll: Die Produktdarstellungen müssen „in Hochglanz“ daherkommen. Zum Beispiel so:

3D-Renderings für Kühlgeräte von Liebherr

3D-Renderings für Kühlgeräte von Liebherr

Von der CAD-Optik zum 3D-Rendering

Im Produktmanagement gibt es in der Regel beliebtere Aufgaben, als einen Prototyp für das Marketing zu organisieren. Der finanzielle und zeitliche Aufwand dafür ist oft sehr hoch. Zudem entfällt ein traditioneller Nutzen der Prototypen zunehmend: Für die Ingenieure, die die Prototypen früher für Tests ausgiebig nutzten, sind diese heutzutage weniger wichtig. Qualitätstests lassen sich nämlich ebenfalls mit den CAD-Daten durchführen.

Export und Aufbereitung der CAD-Daten

Wie kommt man jetzt vom groben CAD-Bild zur feinen CGI-Produktabbildung? Für den Export einer CAD-Datei benötigt man eigentlich nur wenige Klicks. Bei uns läuft das in der Praxis so, dass wir CAD-Daten im STEP-Format zugeschickt bekommen (z. B. per Downloadlink). STEP steht recht vielsagend für „STandard for the Exchange of Product model data“. Der Name ist Programm – unsere Spezialisten bereinigen wenn nötig die ausgetauschten Daten, danach geht es ans „Aufhübschen“: Die eigentliche grafische Tagesarbeit beginnt.

Dazu wird das 3D-Modell mit den gewünschten

  • Materialien,
  • Farben,
  • Texturen und
  • Lichtquellen ausgestattet.

CGI-Bild aus CAD-Daten generiert

CGI-Rendering (für Osram)

Visuelle Standards festlegen

In der Regel ist im Marketing eine einheitliche Bildsprache erwünscht. Dafür bietet es sich an, für zukünftige Produktbilder bestimmte Hintergründe, spezielle Lichtquellen und einheitliche Perspektiven festzulegen. Nun müssen nur noch die virtuellen Kameras positioniert werden, und los geht’s. Den Rest erledigt der Rechner – das sogenannte Rendern oder auch die Bildsynthese. Das kann übrigens auch mit heutiger Technik mehrere Stunden dauern.

Der große Vorteil gegenüber Produktfotos: Kamerapositionen und Detailausschnitte, Lichtstimmung und Materialien können im Nachhinein geändert werden. Dazu reicht ein neuer Render-Vorgang. Bei der Produktfotografie müsste bei jeder nachträglichen Änderung das Set noch mal neu aufgebaut und der Prototyp angepasst werden.

Weiterhin gibt es keine Qualitätsverluste bei 3D-Renderings. So können Detailaufnahmen von CGI-Bildern immer in der gewünschten Auflösung neu gerendert werden.

Besondere Bildformate

Röntgenbilder Milieubilder
Cad-Daten Röntgenbild CAD-Daten Milieubild

Egal, ob Sie sich inhouse eine Abteilung aufbauen, die 3D-Bilder für Ihre Marketingkanäle produziert oder ob Sie einen externen Anbieter wie eine Agentur beauftragen – der Einstieg in die Digitalisierung Ihrer Bilddaten via CAD bietet sich für beides an.

Liebherr hat sein Fotostudio abgeschafft und ist auf CGI-Bilder umgestiegen. Was sind die Gründe für diesen Schritt und wie ist der Übergang gelungen? Lesen Sie jetzt die Case Study – hier klicken und PDF herunterladen.

Vorteile der Digitalisierung von Produktbildern

Loslösen vom Terminkorsett

Nutzbare Bildinformationen für Produkte werden mit CAD bereits sehr früh in der Entwicklungsphase bereitgestellt. Anstatt auf Prototypen zu warten und Fotoshootings zu organisieren, können Sie Ihre Bilderstellung mit CGI vom Produktionszyklus und den dazugehörigen Terminzwängen abkoppeln.

Infografik_CAD-Daten-Marketing

Infografik: Abkopplung der Medienproduktion vom Fertigungszyklus

Anstatt sequenziell können Sie dadurch parallel zur Produktentwicklung und -fertigung arbeiten. Ihnen stehen so schon in der Entwicklungsphase fotorealistische 3D-Bilder zur Verfügung, die Sie für interne Präsentationen und Werbemaßnahmen nutzen können.

Markus_Stadler_001_klein „3D-Renderings sind eine effektive Methode, im Marketing mit der schnelleren Time-to-Market besser mithalten zu können.“ Markus Stadler leitet die mds.visual

Zusammenfassung: Vorteile durch das Arbeiten mit CAD-Daten

Zeit

Sie haben mehr Zeit für die Vorbereitung von Marketingmaßnahmen, weil CGI-Bilder schon in der Entwicklungsphase eines Produkts erstellt werden können.

Kosten

Auf Dauer ist die Verwendung von 3D-Daten, die im Unternehmen bereits vorhanden sind, kostengünstiger, als wenn Sie immer neue Prototypen und Fotoshootings organisieren müssen.

Qualität

Die Qualität von CGI ist genauso hoch wie bei der Produktfotografie. Sichtbare Qualitätsverluste bei 3D-Renderings sind also nicht zu befürchten.

Flexibilität

Der Ausschnitt (Kameraposition), die Lichtgebung und viele Parameter mehr können am Rechner fast beliebig neu gesetzt werden. Für ein neues Foto wäre jeweils ein neues Shooting nötig.

Zukunftspotenzial

Sie können Ihre 3D-Daten für alle Möglichkeiten der Marketingkommunikation und der 3D-Visualisierung nutzen und positionieren sich so als Vorreiter der Digitalisierung.

Und? Gibt es da sonst noch was?

Die Antwort ist ein eindeutiges Ja! Denn die virtuellen 3D-Modelle können für etliche weitere Anwendungen wiederverwendet werden, z. B.:

Projection-Mapping in der PlanungEinrichtung eines Video-Mappings auf Grundlage von CAD-Daten

Nutzen Sie das Datenkapital Ihres Unternehmens. Informieren Sie sich und probieren Sie es aus!

Haben Sie bereits Erfahrungen mit der Digitalisierung von Produktbildern gemacht? Haben Sie andere oder bessere Methoden gefunden? Dann lassen Sie uns einfach einen Kommentar da, wir freuen uns auf Wissens- und Meinungsaustausch.

Wie der Umstieg von Produktfotos auf CGI bei Liebherr gelang – jetzt Case Study herunterladen

Thema: Visualisierung, 3D-Rendering & CGI

Blogbeitrag von Michael Brodschelm

Michael Brodschelm ist gelernter Lithograf. Seinen Beruf erlernte er in einer Zeit, als Lithografie noch nicht computergestützt war, sondern manuelle Handwerkskunst. Er ist Gründer und Inhaber der mds. Agenturgruppe und Experte für Innovationen in Print und Digital.

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