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Virtual-Reality-Messe 2017 in Potsdam

Virtual Reality in Potsdam: die VR Now Con Awards 2017

„VR Now Con Awards“ – der Name ist Programm, wenn sich in Potsdam die Virtual-Reality-Szene trifft. Hier dreht sich alles um Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Cross Reality (XR). Wir waren vor Ort und haben uns für Sie umgesehen.

Was ist die VR Now?

Hinter der etwas kryptischen Bezeichnung verbirgt sich eine Konferenz, die gut 30 Vorträge zu aktuellen Entwicklungsrichtungen der Branche auf zwei Bühnen aufzubieten hat (hier eine Liste der VR-Now-Speaker).

Hinzu kommt eine Ausstellung mit VR-Projekten, bei der Besucher verschiedene VR-Konzepte unter fachkundiger Anleitung ausprobieren können.

Schließlich erfolgt zum zweiten Mal die Verleihung der VR-Awards. Die Trophäen sind als winkender Bär mit VR-Brille gestaltet – passend zur lockeren Atmosphäre des gesamten Events, das in der Potsdamer Schiffsbauergasse in kreativer Umgebung stattfand.

Die HTC Vive in Action

Aussteller und Publikum hatten bei der VR Now Spaß mit innovativen Virtual-Reality-Konzepten

VR Now CON & Awards: Immersion, wohin man blickt

Spektakuläre Drohnenflüge mit 360°-Rundumblick, spitze Schreie aus einem virtuellen Horrorfilmszenario oder emotionale Erlebnisse für die Marken- und Produktkommunikation: In Potsdam zeigte sich die große Bandbreite von 360°-Videos und VR-Anwendungen in aller Eindrücklichkeit. Einige Beispiele:

Rundumblick im U-Bahn-Tunnel

Einen fantastischen Einblick in eines der größten Berliner Bauprojekte, die Weiterführung der U-Bahn-Linie 5, präsentierte das Team rund um Sven Bliedung von den Slice Studios.

Die Drohne, mit der der U5-Tunnel abgefilmt wurde

Mit einer solchen Drohne wurde 360°-Bildmaterial aus dem U5-Tunnel erstellt

Bliedung, Vorstandsmitglied des Virtual Reality e. V. Berlin Brandenburg, gewährte zudem in seinem Vortrag Einblicke in die kreativen und gestalterischen Herausforderungen bei der Erstellung von VR-Anwendungen. Sein Fazit: Game-Entwickler sind für die Konzeption von VR-Anwendungen geeigneter als Filmemacher, weil sie ein besseres Gespür für interaktive Elemente haben.

VR-now-Speaker Sven Bliedung über neue Entwicklungen in der Virtual Reality

Sven Bliedung während seines Vortrags

Virtual Reality und Story­telling

Um narrative Elemente rund um Immersion und VR ging es auch bei der Präsentation von Susanne Dickel. Sie gab einen interessanten Einblick in die Analytik von Aufrufzahlen und Betrachtungsdauern bei 360°-Videos. Gesamtlänge, Betrachtungs- und Absprungrate innerhalb der ersten zehn Sekunden, Untertitelung, Umgebungsgeräusche – all dies sind Faktoren, die die Aufrufzahlen von Videos etwa bei YouTube oder Facebook maßgeblich beeinflussen, so die IntoVR-Gründerin.

Susanne Dickel über den 360°-Film, der sich um die Stasi dreht

Diese Frage musste in Potsdam ja gestellt werden: Susanne Dickel präsentiert

Mit „Channel Appropriate 360° Video“ soll die Immersion optimal gelingen – wie etwa beim 360°-Geschichtserlebnis in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, bei der Besucher sich ganz in den Händen der Stasi fühlen können.


Virtual Reality in der Vertriebs­unterstützung

Niemand kauft gern die Katze im Sack. Um das Vorstellungsvermögen der Interessenten bei Immobilienkäufen anzuregen, hat die Hololux GmbH eine Art Wohnungs-Konfigurator entwickelt: Hier lassen sich Wohnungen virtuell begehen. „Ein Segen für jeden, der in Berlin schon einmal bei einer Wohnungsbesichtigung mit 70 anderen Menschen war“, so Geschäftsführer Christian Glessner. Sehr viel bequemer gehe eine virtuelle Wohnungsbesichtigung von zu Hause aus – ein Konzept, das den Immobilienmarkt revolutionieren könne.

Auch individualisierte Voransichten sind möglich – so können beispielsweise der Fußbodenbelag und das Mobiliar angepasst werden. Ein virtueller Berater mit künstlicher Intelligenz, der einem Fragen zum Mietobjekt beantwortet und den Immobilienmakler ersetzen soll, befindet sich ebenfalls in der Entwicklung.

Wohnungssuche per VR

Virtuelle Wohnungsbegehung

Audi und die Heraus­forderung am POS

Marcus Kühne stellte mit seinem Vortrag die VR-Strategie von Audi vor. Der Autobauer setzt schon seit Jahren auf mehr Interaktivität am POS. Mittlerweile informieren sich viele potenzielle Käufer bereits ausgiebig im Internet über einzelne Fahrzeugmodelle – mit dem (unerwünschten) Ergebnis, dass sie weniger Zeit im Autohaus verbringen.

Marcus Kuehne über die VR-Strategie von Audi

Audi und digitale Verkaufstools am POS

Mit digitalen Konfiguratoren und VR-Anwendungen bleiben Kunden nun wieder länger. Der Vorteil der immersiven Technik: Zusätzlich zur nüchternen, technikzentrierten Erklärung von Produktfunktionen können Kunden per VR in die Produktwelt der Autos eintauchen – ein starkes emotionales Erlebnis.

Interessant für die Unternehmenskommunikation ist in diesem Zusammenhang, dass für die digitale Kommunikation bereits mit den Konstruktionsdaten gearbeitet werden kann. Modelle oder Prototypen sind für die Visualisierung also nicht mehr nötig.

VR und Übelkeit

Pawel Gajda von Carbon Studio befasste sich mit einer der wichtigsten Entscheidungen, die VR-Produzenten treffen müssen: die Methode der Fortbewegung in der virtuellen Welt. Denn dort kommt es in vielen Fällen auch zu ganz realer Übelkeit.

Der Grund dafür: Das menschliche Gehirn nimmt die virtuelle Umgebung als real wahr, nicht aber die zum Teil realitätsfernen Bewegungsformen wie z. B. die Teleportation.

In Virtual-Reality-Anwendungen kann man sich aber auch nicht vollkommen frei bewegen, weil man sich eben in einem begrenzten Vorführungsraum befindet. Die Herausforderung sei, genügend Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, ohne User mit realitätsfernen Bewegungsformen zu überfordern. Der Tipp des VR-Entwicklers: Von der Spieleindustrie lernen. Sein Fazit: Es gibt keine allgemeingültige Lösung. Anbieter von VR-Content sollten aber verschiedene Bewegungsoptionen anbieten.

VR Now Awards 2017

Abschließend erfolgte die Verleihung des zum zweiten Mal vergebenen „VR Now Awards“. Eine Übersicht der Nominierten in den vier Kategorien B2B-Anwendung, Impact, Entertainment und Technologie finden Sie hier. Die Sieger der Einzelkategorien traten dann noch für den „Grand Prize“ an. Gewinner war das Projekt Foren Method, das mit einer VR-Anwendung Patienten bei der Reha unterstützt.

Die mds gratuliert ganz herzlich!

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Blogbeitrag von Robert Nagel

Robert Nagel ist Redakteur bei der mds. Agenturgruppe. Er schreibt in Berlin zu strategischen und operativen Themen der Produkt- und Vertriebskommunikation.
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