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VR für Unternehmen: Alle wichtigen Infos zur neuen Technologie

Virtual Reality: wie Unternehmen mit VR neue Kunden gewinnen wollen

Die Zukunft ist jetzt! Jedenfalls könnte der Eindruck entstehen, wenn man sich die technologischen Innovationen der letzten Jahre ansieht. Was vor 20 Jahren noch Science-Fiction war, ist in greifbare Nähe gerückt: eine digitale Welt, die der realen zum Verwechseln ähnelt – Virtual Reality. Aber was bedeutet das für Unternehmen? Wie kann das Potenzial genutzt werden? Wir haben uns umgesehen.

Als der Film „Matrix“ 1999 in die Kinos kam, setzte er die Messlatte für Special Effects um ein paar Stufen höher. Ein Hauptmotiv der Handlung: die Illusion einer vollkommen virtuellen Welt, in der die Menschen sich bewegen, ohne den Unterschied zur realen Welt zu bemerken. Natürlich sind die im Computer entwickelten Welten von heute noch nicht so realistisch wie die einer Matrix, aber die Technik schreitet in großen Schritten voran und fordert die Kreativität der Produzenten sowie die Realitätswahrnehmung der User heraus.

Welche Technik wurde bei der letzten IFA von Unternehmen eingesetzt? Wie viele verwendeten Virtual Reality? Wir haben uns für Sie umgesehen und zusammengefasst:Laden Sie sich das Ergebnis hier als Whitepaper herunter.

Die Prognosen dürften für viele Unternehmer interessant sein: Der Absatz von VR-Brillen soll sich in den nächsten zwei Jahren fast verdreifachen.

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Die erwartete Anzahl aktiver Virtual-Reality-Nutzer zeigt das gleiche Bild.

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Der perfekte Zeitpunkt für Marketingabteilungen, sich des neuen Mediums anzunehmen und Ansätze für VR-Inhalte zu erarbeiten. Aber erst mal einen Schritt zurück: Was ist so besonders an virtueller Realität, welche Technik steckt dahinter und wie können Unternehmen die Technologie überhaupt anwenden?

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Radio, Kino, VR – das Spiel mit Realitäten

Neue Medien haben das Realitätsbild von Menschen schon immer auf die Probe gestellt. Erinnern wir uns zum Beispiel an das Radiohörspiel „Krieg der Welten“ von Orson Welles, das 1938 eine Alieninvasion so realistisch darstellte, dass eine Massenpanik ausbrach. Schlussendlich fand das Geschehen nur in den Ohren und Köpfen der Zuhörer statt.

Mit der Entwicklung fotorealistischer Computereffekte wurde das Kino in den 90ern schließlich zum Illusionsproduzenten Nummer 1. Leinwand und Dolby Surround lassen Menschen vergessen, dass sie in Kinosälen sitzen – abgesehen vom Geraschel von Popcorntüten und laut lachenden Sitznachbarn. Die virtuelle Realität ist nun die neue Art von Leinwand, die Zuschauer in sich hineinzieht, einwickelt und sie die eigene Realität vergessen lässt. Der sogenannte Immersionseffekt verwandelt den eigenen Realitätsverlust in einen Realitätsgewinn – ein regelrechtes Eintauchen in eine andere Welt, mit der man interagieren kann.

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Wissenschaftler der Stanford-Universität haben den Unterschied der Wahrnehmung in virtuellen Realitäten und herkömmlichen Medien wie TV und Computer untersucht. Ihr Ergebnis: Virtuelle Erfahrungen werden auf die gleiche Art erinnert wie die in der realen Welt. Der Grund dafür ist, dass die VR-Brille als Medium verschwindet, man nimmt sie nicht mehr wahr. Folge davon ist das tiefe Eintauchen ins Virtuelle und ein nachhaltiger Erinnerungseffekt – ganz nach dem Motto „mittendrin statt nur dabei“.

 

Das Gehirn behandelt eine Virtual-Reality-Erfahrung so wie eine echte Erfahrung.“ 

Jeremy Bailenson, Kognitionswissenschaftler

Die Technik hinter der VR-Brille

In die sogenannte VR-Brille (eigentlich: Head-Mounted Display) sind zwei Displays eingebaut, über die dasselbe Bild übertragen wird. Durch die geringe Distanz zum Auge des Betrachters wird dessen Blickfeld zum größten Teil durch diese Displays abgedeckt. Linsen in einem kleinen Abstand davor krümmen das Bild für einen realistischeren Seheindruck. Da das Sehen der dominante menschliche Sinneseindruck ist, reichen die VR-Brillen aus, um die Illusion, das Eintauchen ins Virtuelle, eindrücklich zu erzeugen.

Unterschiedliche Hersteller arbeiten zurzeit an der Perfektionierung der Technik: so etwa HTC mit dem Modell Vive, Oculus mit der Oculus Rift, und Sony tüftelt an einem Modell für die PlayStation. Alle arbeiten bereits an eigenen technischen Standards.

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Virtual Reality: Umsetzung und Produktionsaufwand

Virtuelle Realitäten werden entweder mit 360°-Kameras gefilmt oder entstehen mithilfe von 3-D-Programmen.

360°-Filme filmen die Realität ab und erlauben einen Rundumblick, egal ob in einer Achterbahn, über den Dächern New Yorks oder in der ersten Reihe einer Modenschau. Solche Filme können Sie sich auch direkt mit Ihrem Smartphone ansehen.

Wenn Sie Videos per VR-Brille ansehen wollen, muss der Bildschirm nur in der Mitte geteilt werden und zwei Bilder übertragen, was auf YouTube mittlerweile gleich mit angeboten wird. Für das Smartphone muss dafür eine App installiert werden, z. B. die Cardboard-App von Google.

Am Desktop: Navigationssymbol für den Rundumblick

Am Desktop: Navigationssymbol für den Rundumblick Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=MKWWhf8RAV8

Auf dem Smartphone: Der VR-Brillen-Knopf für mobile Geräte
Auf dem Smartphone: Der VR-Brillen-Knopf für mobile Geräte, Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=MKWWhf8RAV8, Foto von der Cardboard-VR-Brille:„Google Cardboard“ von othree, Lizenz: CC BY 2.0

 

Die Bewegungen des Kopfes werden dann von der Brille, wie auch bei der Bewegung des Smartphones, ins Virtuelle übertragen. Ein essenzieller Faktor dabei ist die Reaktionszeit der Technik, weil der realistische Eindruck verschwindet, wenn sich die Perspektive in der VR nicht verzögerungsfrei mit der Kopfbewegung ändert.

Mithilfe von 3-D-Programmen werden analog zur Computerspielebranche CGI-Welten modelliert, also computergenerierte Räume, Umgebungen und Animationen. In diesen digitalen 3-D-Welten können User mit der Umgebung auch interagieren. Hierfür haben Hersteller von VR-Brillen spezielle Controller produziert. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Motion Tracker: Ein Sensor auf der Brille registriert die Bewegungen der Hände des Users und überträgt diese in die VR-Welt, sodass der Benutzer mit den Repräsentationen seiner eigenen Hände agieren kann.

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Die Grundlagen für schier grenzenlose Gestaltungs- und Interaktionsmöglichkeiten sind also bereits vorhanden. Jetzt kommt es auf die Kreativität und Vorstellungskraft von Unternehmen an, dieses Medium für sich und ihr Marketing zu nutzen. Der große Vorteil: Die Technologie ist neu, in aller Munde und zieht potenzielle Kunden an wie ein Magnet.

Virtual-Reality-Anwendungsgebiete für Unternehmen

Wie aber lassen sich Virtual-Reality-Projekte zielgerichtet von Unternehmen einsetzen? Hier ein paar Beispiele:

Neuheitsfaktor nutzen

In den sozialen Medien werden 360°-Videos sehr viel öfter geklickt als Bild- oder Textbeiträge. Mobile Geräte eignen sich besonders zum Abspielen, da das Smartphone zum beweglichen Fenster in die VR-Welt wird.

Im Mittelpunkt der Messe

Da Messen oft zum brummenden Bienenstock mutieren, lohnt es sich für Unternehmen, ein Glühwürmchen zu haben, das Besucher in seinen Bann zieht. Präsentieren Sie Ihre Produkte in virtuellen Räumen, erzählen Sie virtuelle Geschichten rund um Ihre Dienstleistung, bieten Sie Besuchern ein Erlebnis, das zum Thema auf der Messe wird! 

Unser Fallbeispiel erklärt die Erfolgstechniken von Liebherr auf der IFA 2016.  Lesen Sie hier, wie auch Sie zum Experten in der Produktpräsentation werden.

Am POS – im Einzelhandel

Soll die Küche jetzt eher im rustikalen Look oder in Metallicrot kommen? Helfen Sie der Vorstellungskraft Ihrer Kunden auf die Sprünge. Am Reißbrett gezeichnete Entwürfe können in sogenannte CAD-Daten umgewandelt werden. Aus diesen werden 3-D-Modelle erstellt, die dann virtuell begehbar sind. Eine solche Produktpräsentation in einem Saturn-Markt in Berlin haben wir uns bereits angesehen.

Am besten bietet sich die Technik für Produkte an, die teuer in der Anschaffung und aufwendig in der Planung sind. Aber auch die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten von Auto, Küche oder Haus spielen hier eine Rolle. Über VR können Kunden optimal in den Planungsprozess einbezogen werden. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die virtuelle Besichtigung individuell gestalteter Badezimmer bei der Firma Richter+Frenzel.

VR als Erlebnis

Eine Bergwanderung an einem steilen Abhang, der Weg führt über eine Hängebrücke. Eine Holzstufe bricht und fällt in den Abgrund, ein Sprung bringt einen in Sicherheit. Mit klopfendem Herzen nimmt sich eine Kundin des Outdoorladens die VR-Brille ab und zieht die Wanderschuhe von Merrel aus. Ein Szenario, das der Hersteller auf dem Sundance Film Festival präsentierte und Konsumenten an Produkte und Marke bindet.

Der VR-Fitnessfaktor

Wer im Fitnessstudio trainieren geht, kennt das Problem: Um überhaupt hinzugehen, muss nicht selten der innere Schweinehund überwunden werden, und der immer gleiche Anblick der Geräte und gleiche Ablauf der Übungen kann irgendwann langweilen. Einige Fitnessstudios haben deswegen schon VR-Geräte bestellt, die das Training abwechslungsreicher machen, zum Beispiel durch die Kombination mit einer Rudermaschine, die Benutzer in eine VR-Flusswelt führt, durch die man rudern kann. Der Immersionseffekt lässt den Benutzer vergessen, dass er eigentlich gerade hart trainiert.

Eine weitere Anwendung ist ein Gerät, das den Traum vom Fliegen mit Fitnessübungen verbindet. Das Sportgerät ICAROS wurde bereits auf mehreren Messen vorgestellt und hat mehrfach Preise gewonnen.

Tourismus

Ist München die richtige Stadt für meinen nächsten Städtetrip? Wer zu den Unentschlossenen gehört, kann sich mithilfe von 360°-Bildern und -Videos von zu Hause aus Sehenswürdigkeiten der Stadt ansehen. Bei solchen Angeboten geht es natürlich nicht darum, eine Reise durch VR zu ersetzen, sondern den Entscheidungs- und Kaufprozess digital zu unterstützen. Sie wollen nach Tahiti in den Surfurlaub? Mit diesem 360°-Video nimmt Sie Profisurfer Anthony Walsh direkt mit auf die nächste Welle.

3-D-Malkasten für zu Hause

Google hat ein 3-D-Malprogramm entwickelt. Mit „Tilt Brush“ ist es möglich, kreative Ideen und Effekte im virtuellen Raum malerisch umzusetzen. Hier geht’s zum Video.

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Virtual Reality für zu Hause

Wenn Sie Virtual Reality zu Hause oder mit Ihren Kollegen ausprobieren wollen, mit einem speziellen Kartongestell und Ihrem Smartphone geht das ganz einfach! Ein VR-Brillengestell z. B. von Google gibt es schon für 20 €. Es ist mit den meisten Android- und iOS-Smartphones mit einer Displaygröße von 4 bis 6 Zoll kompatibel. Für 3-D- und VR-Videos gibt es bereits einen eigenen YouTube-Channel mit entsprechendem Videomaterial.

VR bald Realität?

Die Technik ist bereit und winkt mit der großen Potenzialkeule. Fakt ist, dass VR-Anwendungen im Moment noch ein Alleinstellungsmerkmal für Unternehmen darstellen. Insbesondere mit recht einfach zu produzierenden 360°-Videos können deshalb auch KMUs auf sich aufmerksam machen. Auf Messen sollte man schon etwas größere Geschütze auffahren und mit interaktiven VR-Welten punkten. Unterstützen Sie potenzielle Kunden mit virtuellen Welten beim Entscheidungs- und Verkaufsprozess, verzaubern Sie sie, lassen Sie sie eintauchen – und ganz wichtig: Probieren Sie es aus!

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Blogbeitrag von Andreas Anding

Andreas Anding ist Mitglied der Geschäftsleitung und berät Unternehmen in den Bereichen internationale Vertriebs- und Produktkommunikation sowie Customer-Experience-Management. Zu seiner weiteren Expertise zählen Strategien zur Digitalisierung und Transformation, die er mit seinem Team für unsere Kunden entwickelt und realisiert.
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