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Publishing: Qualität im Bilderstrom (Interview)

Nicht zuletzt durch die Entwicklung digitaler Bilderstellungs- und Bildbearbeitungstechniken herrscht heutzutage eine nie dagewesene Bilderflut. Auch die immer weitläufigere Nutzung sozialer Netzwerke trägt zu einem immensen Volumen an Fotos, Grafiken und Illustrationen bei.

stadler_markus_288_cmyk_72dpi.jpgPublishing, Print und Bebilderung – was tut sich da?

Allein auf dem Fotonetzwerk Instagram tummelten sich im Januar 2016 mehr als 400 Millionen Nutzer, die 80 Millionen Bilder hochluden – und zwar täglich (hier einige Social-Media-Nutzerzahlen). Wie wirkt sich das auf den Qualitätsanspruch bei Bildern aus? Was passiert in der Umsetzung? Was sind die Ausblicke für die Produktkommunikation? Ein Interview mit dem mds-Experten Markus Stadler.

Markus Stadler ist Mitglied der mds-Geschäftsleitung. Als Cross-Media-Publishing-Experte steht er Rede und Antwort auf Fragen zum Thema Bildqualität in der Produktkommunikation. Das Gespräch führte Robert Nagel.

Knietief in der Bilderflut

Robert Nagel: Markus, die Bilderflut heutzutage ist ja größer denn je. Jeder macht, bearbeitet, veröffentlicht und verbreitet Bilder. Über Instagram, Facebook, Twitter, Google+, Pinterest, Snapchat und wie die Netzwerke alle heißen. Wie wirkt sich das deiner Meinung nach auf die Rezeption, die Wahrnehmung dieser Bilder aus? Ändert sich dadurch der Qualitätsanspruch – ich spreche jetzt vom professionellen Umgang mit Bildern?

Markus Stadler: Heutzutage kann jeder mit einem Smartphone zum Fotografen und Publisher werden. Das ist natürlich schon noch etwas Neues. Für den Hausgebrauch, die Urlaubsfotos und so weiter ist das natürlich eine tolle Sache. Man kann seine Fotos also schnell verbreiten, meist werden dazu ja bereits Mobilgeräte genutzt. Da muss man es dann mit der Bildqualität, mit Schärfe, Farbtreue und Ähnlichem auch nicht so wahnsinnig genau nehmen, insbesondere wenn noch irgendwelche Filter über die Bilder gelegt werden (lacht). Diese Fotos werden schnell konsumiert und sind meist bald wieder vergessen.

Robert: Und im Profibereich?

Markus: In der professionellen Fotografie und in der Wirtschaft, in der Produktkommunikation, ist das natürlich anders. Der Anspruch ist auch ein ganz anderer. Hier werden selbst kleine Fehler, kleine Unsauberkeiten sofort gesehen und bemängelt. Kein Unternehmen kann es sich leisten, Bilder schlechter Qualität zu verwenden. Das wirft kein gutes Licht auf die Produkte sowie die Firma und ist nicht dazu geeignet, bei Kunden Vertrauen zu erwecken. Es wirkt billig.

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Besonders gilt das natürlich für Premium-Produkte: Die benötigen nach wie vor absolut hochwertige Bilder, absolut beste Qualität. Hier ist der Qualitätsanspruch extrem hoch. Das wird sich auch in Zukunft nicht so bald ändern. In diesem Segment kann man auf eine professionelle Bildbearbeitung keinesfalls verzichten. Jetzt nicht und auch in absehbarer Zeit nicht.

Publishing und Print brauchen Professionelle Bilder

Robert: Ich nehme an, das gilt insbesondere, wenn gedruckt werden soll?

Markus: Natürlich profitieren Unternehmen mit professionell aufbereiteten Bilddaten an allen Touchpoints von der Güte der Bilder, aber klar: beim Drucken ganz besonders! Beim Print, zum Beispiel bei der Katalogproduktion, müssen die Bilddaten nämlich in vielerlei Hinsicht aufbereitet werden: Das fängt bei der Drucktechnik an und hört bei der Papiersorte auf. Das verlangt ein spezielles und fundiertes Wissen bei der Erstellung sowie im Bereich Farbmanagement. Für Unternehmen, die eine hochklassige Bildsprache möchten, die im Bereich Print auf eine Produktkommunikation mit Niveau Wert legen, ist eine professionelle Druckvorstufe enorm wichtig. Schlechte Bilder ist gleich schlechte Produktkommunikation.

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Robert: Vor welchen Herausforderungen steht die Produktkommunikation in dem Zusammenhang?

Markus: Die verschiedenen Erzeugnisse kommen immer schneller auf den Markt. Das bedeutet, Vertrieb und Marketing stehen vor der Herausforderung, immer mehr Produkte in immer neuen Märkten bei immer kürzeren Produktzyklen zu verkaufen. Während oder gerade weil die Prozesse in der Entwicklung und Produktion bei vielen Unternehmen extrem effizient ablaufen, hinkt die Information-Supply-Chain häufig hinterher. Das heißt: Mit konventionellen Methoden wird es immer schwieriger, die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben.

Produktbilder und Produktkommunikation

Robert: Was würdest du Unternehmen raten, die einen hohen Bedarf an Produktbildern haben? Wie kann man für die Bildbearbeitung einen optimalen Workflow aufsetzen?

Markus: Das Wichtigste ist, einen festen, strukturierten und qualitätsgesicherten Workflow einzurichten. Wir passen unsere Prozessschritte natürlich dem Kunden und den nötigen Volumen an. Aber egal, was passiert, der Workflow ist immer fest. Das fängt beim Dateneingang an und geht gegebenenfalls über Inhouse-Fotografie vorab zur Retusche und Bildbearbeitung. Dann kommen noch Farbmanagement, Korrektursteps, Digitalproofing, Qualitätssicherung bis hin zur fertigen Datenbankablage für den jeweiligen Touchpoint, sei es nun Web, Print, eine App oder etwas anderes.

Robert: Wie sieht bei der mds die Qualitätssicherung aus?

Markus: Für die visuelle Sicherheit und damit auch die Qualitätssicherung haben wir einen zertifizierten Digitalproofer im Haus, mit dem wir jegliche Art von Papieren und Drucktechniken simulieren können. Dadurch stellen wir eine hundertprozentig farbgenaue und farbtreue Wiedergabe sicher. Wenn Kunden Sonderfarben verwenden, haben wir die Möglichkeit, den Digitalproofer speziell einzurichten und zu adaptieren.

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Robert: Viele möchten die Kostenvorteile bei der Zusammenarbeit mit einem asiatischen Partner nutzen. Wie meistert man dabei die unterschiedlichen Qualitätsstandards; Stichwort Qualitygate?

Markus: Dazu benötigt man viel Zeit und einiges an Vertrauen. Wie bei allen anderen Dienstleistern auch kann zudem ein stabiles Nervenkostüm nicht schaden (lacht). Es hängt zunächst davon ab, welche Arbeit übernommen werden soll. Ein komplett fertiges Bild mit Retuschen, Farbkorrekturen und allem Drum und Dran ist natürlich komplexer und anspruchsvoller als nur ein Freisteller. Hier muss man ganz klar unterscheiden.

Akt-Modell liegend und unretuschiert

Akt-Modell liegend und retuschiert: Mit Spiegelung und Bodypainting

Robert: Und die Qualität?

Markus: Ganz wichtig ist, dass man zunächst einmal selbst einen hohen Qualitätsanspruch und das passende Know-how mitbringt. Wenn man mit einem Partner aus dem asiatischen Raum zusammenarbeitet, bedeutet das zunächst Mehrarbeit: viele Abstimmungen, die durch den Zeitunterschied auch noch erschwert werden. Das erhöht erst einmal intern die Kosten, wird aber später durch entsprechend bessere Zuarbeit und deutliche Kostenminimierung belohnt. Das Wissen und vor allem der Qualitätsanspruch müssen dem Partner aber auch adäquat vermittelt werden.

Robert: Wie macht man das?

Markus: Vor allem die Briefings müssen sehr genau sein. Je genauer von vornherein die Aufgabe definiert ist, umso leichter wird die Umsetzung. Auch die Abstimmungsprozesse und besonders das Feedback können enorm hilfreich sein: Was war gut, was war schlecht? Was muss sich ändern? Man sollte sich da auch selbst hinterfragen: Was können WIR dafür tun, damit IHR besser arbeiten könnt? Nur so bekommt man eine echte Kooperation hin. Und erst diese erfüllt bei weniger Kosten einen gleichbleibend hohen Standard.

Druckfreigabe

Robert: Wo geht die Reise zukünftig hin? Welche Rollen spielen innovative Technologien wie 3D-Abbildungen oder Virtual Reality?

Markus: Meiner Meinung nach immer größere. Herkömmliche Produktfotografie, die durch CGI (Computer Generated Imagery, Anm. d. Red.) ersetzt wird, ist nach einer gewissen Umstellungsphase deutlich schneller und kostengünstiger. Abgesehen von der ganzen Infrastruktur für ein Foto! Fotografie benötigt nun mal ein fertiges Produkt. Notfalls muss ein Modell hergestellt werden – verursacht auch wieder Kosten. Dann geht es erst mal ins Fotostudio, was ja auch nicht gerade günstig ist.

Robert: Diese Schritte fallen bei 3D-Produktabbildungen weg.

Markus: Genau. Hier kann man direkt mit den CAD-Dateien der Produktdesigner weiterarbeiten. Die Möglichkeit, das Produkt vorab fotorealistisch darzustellen, also ohne dass dieses bereits hergestellt wurde, ist für die Produktkommunikation ein großer Vorteil. Das ermöglicht ganz andere Timings, beispielsweise für Kataloge oder Broschüren. Noch dazu liefert ein Foto ein „starres" Ergebnis, was retuschiert, bearbeitet und aufbereitet werden muss.

Robert: Die 3D-Bilder sind flexibler.

Markus: Beim 3D-Modell haben wir alle Möglichkeiten dieser Welt. Einmal im Computer und fertig definiert, lassen sich aus dem erstellten Produktmodell alle denkbaren Blickwinkel, Beleuchtungsarten und andere fotografische Parameter nachträglich erzeugen. Alle getroffenen Einstellungen sind jederzeit exakt reproduzierbar. Selbst Konstruktionsänderungen am Produkt können nachträglich realisiert werden. Außerdem sind diese Bilder auch für das Web verwendbar. Hier wird sich in nächster Zeit einiges tun: Die Bilder werden in Zukunft interaktiv verwendet werden, auch dank Virtual Reality. Produkte werden dann virtuell begeh- und greifbar. Das sind fantastische Möglichkeiten! Voraussetzung ist hier aber das fertige 3D-Modell.

Robert: Was ist die nächste große Entwicklung?

Markus: Generell erwarte ich mehr Automatismen. Automatisierte Schritte jeder Art werden zunehmen, die „Handarbeit" abnehmen, das sehen wir ja jetzt schon bei der Printautomatisierung. Speziell was die Technik angeht, erwarte ich viel von der eben angesprochenen Tendenz, dass Dinge virtuell begreifbar werden. Dass man das Produkt von allen Seiten sehen, drehen, wenden kann. Mit Virtual Reality wird das für E-Commerce-Lösungen im B2B und im B2C für die Kunden ein neues Erlebnis, ein echter Mehrwert sein. Aber auch am PoS wird es neue Lösungen geben, die den Nutzer dann wortwörtlich in ihren Bann ziehen. Man darf gespannt sein!

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Blogbeitrag von Robert Nagel

Robert Nagel ist Redakteur bei der mds. Agenturgruppe. Er schreibt in Berlin zu strategischen und operativen Themen der Produkt- und Vertriebskommunikation.
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