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Video-Mapping? So funktioniert's!

Hinter den Kulissen von Liebherrs Video-Mapping-Show auf der IFA 2016

Auf einer Messe wie der IFA ist es schwer, hervorzustechen – besonders, wenn man scheinbar alltägliche Haushaltsgeräte verkauft. Doch Liebherr ist dies eindrucksvoll gelungen. Mittels Video-Mapping hat der Kühlgerätehersteller seine neue Produktserie spektakulär in Szene gesetzt und gleichzeitig informativ begleitet. Hier erfahren Sie, wie die Video-Mapping-Show entstanden ist.

Was ist Video-Mapping?

Beim Video-Mapping (auch Projection Mapping genannt) wird Videomaterial über einen oder mehrere Projektoren auf beliebige Oberflächen oder Objekte projiziert – wie eine optische Illusion auf einem statischen Objekt. Dabei wird das Videomaterial speziell auf das Projektionsobjekt zugeschnitten. Video-Mapping erlaubt – besonders in Verbindung mit musikalischer Untermalung – sehr viel eindrucksvollere Präsentationen, als mit herkömmlichen Leinwandprojektionen möglich ist. Konkrete Beispiele von Mapping-Shows und wie diese auf Messen eingesetzt werden, finden Sie hier: Video-Mapping auf der Messe.

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Das Mapping-Konzept für Liebherr auf der IFA

Für Liebherrs Video-Mapping-Präsentation wurden mehrere Würfel und Quader als Projektionsobjekte zusammengestellt und im öffentlichen Bereich des Liebherr-Standes auf einer großen Showbühne installiert. In der Mitte der Quader wurde ein Kühlschrank positioniert, der das zentrale Element des Projektionsbereichs darstellte. Alle Objekte wurden mit einer weißen, matten Folie beklebt, damit Licht und Farben der Projektion optimal zur Geltung kommen.

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Die Video-Mapping-Show sollte Funktionsweise, Energieverbrauch und andere Facetten der „BluPerformance“-Produktreihe prägnant und unterhaltsam zugleich erklären. So wurde zum Beispiel per „Röntgenblick“ das neue Kühlsystem eines Kühlschranks vorgeführt. Neben dem Showeffekt wurde das Video-Mapping aber auch während der „Ruhephasen“ abwechslungsreich eingesetzt – folgende Einsatzmöglichkeiten wurden zusätzlich konzipiert:

  • Expertenrunde, bei der Fachberater neben dem Projektionsobjekt verschiedene Produkteigenschaften erklärten, während einzelne Elemente aus der Produktshow das Erklärte veranschaulichten.
  • Pausen-Mapping, das aus dem Ausgangsmaterial der Produktshow generiert wurde und die Fläche bespielte, wenn keine Produktshow oder Expertenrunde lief.

 

Unser Fallbeispiel erklärt die Erfolgstechniken von Liebherr auf der IFA 2016.  Lesen Sie hier, wie auch Sie zum Experten in der Produktpräsentation werden. 

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Produktionsaufwand für ein Mapping – das gilt es zu beachten

Eine genaue Aufwandsschätzung hängt letztendlich von vielen Faktoren ab und ist daher per Ferndiagnose nicht möglich: Welcher Untergrund wird verwendet – ein Gebäude oder ein Objekt? Muss das Objekt erst konstruiert oder nachgebaut werden oder existiert es bereits? Soll eine Mehrfachverwendung möglich sein, oder wird das Mapping nur einmal eingesetzt? Gibt es bereits fertiges verwendbares Videomaterial? Wie erfahren sind die eingesetzten Techniker und Programmierer etc.

Bringen wir also etwas Licht ins Dunkel. Für ein Video-Mapping müssen folgende Arbeitsschritte umgesetzt werden:

  • die Planung von Mapping-Objekt und Content bzw. Storyboard,
  • die Produktion des Mapping-Contents in Form von Video-, Bild- und 3D-Inhalten,
  • die Programmierung der Videosequenzen,
  • der Nachbau der am Computer erstellten Projektionsfläche oder ein Objekt, das mit dem Mapping bespielt werden soll,
  • die Bereitstellung und Einrichtung der notwendigen Projektoren sowie
  • die Nutzung eines Medienservers mit Mapping-Funktion, der an die Beamer angeschlossen wird und das Mapping steuert.

Planung

Jedes Video-Mapping beginnt als Entwurf am Reißbrett, ausgehend von der Frage, welche Inhalte das Mapping kommunizieren soll. Dabei gilt es, folgende Fragen zu beantworten: Hat das Mapping einen rein ästhetischen Anspruch, soll es also nur eine Show begleiten? Oder wollen Sie damit die Funktionsweise Ihrer Produkte erklären und auf interessante Hintergrundinformationen hinweisen? Am besten ist oft eine Kombination aus beidem.

Genauso wichtig wie der Inhalt ist aber natürlich auch die Berechnung der anfallenden Kosten. Hier müssen Anbieter verglichen und mithilfe einer Kalkulationstabelle alle benötigten Aufwendungen aufgelistet und berechnet werden – dann sind Ihre Produktionskosten klar, und Sie können in die Produktionsphase gehen.

Digitale Entwicklung eines Video-Mappings

Von der Konzeption geht es in die Umsetzung per 3D-Programm. Mit einer Software wie „Cinema 4D“ von Maxon werden 3D-Animationen in TV, Werbung und Kinofilmen erzeugt.

Wenn Sie ein bereits bestehendes Objekt wie ein Gebäude, ein Auto oder ein beliebiges anderes Produkt mit einem Mapping bespielen wollen, müssen Sie dieses am Rechner nachbauen. Welche Methoden es für das Erstellen von 3D-Objekten gibt, lesen Sie in unserem Artikel zu 3D-Abbildungen und deren Potenzial für die Produktkommunikation.

Bei den Videosequenzen für ein Video-Mapping sind die einzigen Grenzen die Ecken und Kanten der Projektionsfläche. Egal ob Feueroptik, Regen, malerische Farbexplosionen oder Verformungssequenzen. Mit Spezialeffekten kann frei nach dem Vorbild Hollywoods alles gemacht werden. Der Vorteil: Eine Show muss nicht mal lang sein. Videoclips können so zusammengeschnitten werden, dass End- und Anfangspunkt nicht mehr erkennbar sind – ein sogenannter Loop.

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Medienserver und Projektionsfläche

In der zweiten Umsetzungsphase wird das virtuelle Video-Mapping auf das reale Objekt übertragen. Hier gibt es, wie bereits erwähnt, grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder Sie haben ein Objekt digital geplant und konstruiert. Dann können für den Nachbau am Messestand Pläne mit genauen Maßangaben ausgespielt werden. Oder Sie nehmen ein bestehendes Objekt – im Fall von Liebherr ein Arrangement mit einem Kühlschrank im Zentrum – und stimmen die Projektion auf dieses Objekt genau ab.

Um die vorher erstellten 3D-Animationen (Stichwort: 3D-Visualisierung) passgenau auf die Projektionsfläche zu bekommen, brauchen Sie einen sogenannten Medienserver. Das ist ein Gerät, das an die Beamer angeschlossen wird und diese steuert. Das Gerät ist mit einer speziellen Software verknüpft, mit der die Bespielung der Projektionsfläche geplant wird. Hierfür werden im virtuellen Arbeitsraum digitale Projektoren dort platziert, wo die realen Beamer später auch beim Event oder am Messestand aufgebaut oder unter die Decke gehängt werden.

Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Programme, die sich für ein Video-Mapping eignen. Einen kleinen Überblick mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen der verschiedenen Medienserver finden Sie unter diesem Medienserver-Vergleich.

Generell ist es vollkommen egal, aus welchem Material Ihre Projektionsfläche besteht, solange diese mit einer matten weißen Oberfläche beklebbar ist. So erzielen Sie die besten Projektionsergebnisse. Natürlich ist dies bei großen Gebäuden nicht möglich. In diesem Fall müssen stärkere Projektoren bei wenig Umgebungshelligkeit verwendet werden, um die Licht- und Schatteneffekte adäquat umsetzen zu können.

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Lichtleistung (Lichtstrom) der Projektoren

Eine im Zusammenhang mit Video-Mapping häufig auftretende Frage ist die nach der benötigten Projektorleistung: Wie viele Projektoren benötigt man? Wie viel Leistung (der Fachbegriff lautet „Lichtstrom“) müssen die Projektoren bringen? Was kostet das?

Leider ist auch hier keine Pauschalantwort möglich, denn der benötigte Lichtstrom beim Video-Mapping hängt maßgeblich von der Objektgröße und dem vorhandenen Umgebungslicht ab. Während bei einem gut abgedunkelten Raum ein einzelner Projektor durchaus ausreichend sein kann, benötigt man für große Fassadenprojektionen auch einmal 20 oder gar 30 Projektoren. Unserer Erfahrung nach ist es generell nicht praktikabel, auf Geräte mit einem Lichtstrom von weniger als 20.000 ANSI-Lumen zurückzugreifen.

Videomaterial mehrfach verwenden

Das Videomaterial lässt sich bei entsprechender Planung mehrfach verwenden, um eine durchgängige Bespielung der Projektionsfläche zu gewährleisten. So können programmierte Mapping-Sequenzen sowohl für ein Imagevideo als auch eine Produkterklärung, eine moderierte Produktshow oder einen Loop verwendet werden.

Fazit

Was in einer Produktbeschreibung als trockene Liste daherkommen würde, kann als Video-Mapping-Show auch technisch weniger interessierte Blicke auf sich ziehen.

Mithilfe des Mappings können komplexe Vorgänge und Besonderheiten, die sonst nur technisch versierten Fachbesuchern bekannt, aber bei der Auswahl eines Produkts auch für den Normalverbraucher wichtig sind, leicht verständlich erklärt werden.

So hat auch die Video-Mapping-Show von Liebherr auf der IFA 2016 – mit einer Mischung aus Unterhaltung und Information – 75.000 Vertriebler, Händler und Konsumenten begeistert.

Das Mapping war ein Element des dreiteiligen Messekonzepts:

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Blogbeitrag von Sarah Bitter

Sarah Bitter ist Kundenberaterin bei der mds für Fragen der strategischen Unternehmenskommunikation. Sie hilft Kunden dabei, mit effektiven Marketingmaßnahmen online und offline neue Wege zu mehr Umsatz zu finden.
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