<img height="1" width="1" style="display:none;" alt="" src="https://dc.ads.linkedin.com/collect/?pid=52256&amp;fmt=gif">
Was ist der Unterschied zwischen PIM und ERP?

Was ist der Unterschied zwischen PIM und ERP?

Wenn Unternehmen ihre Produktdaten bereits mit einem komplexen ERP verwalten, scheint ein zusätzliches PIM-System auf den ersten Blick nicht notwendig zu sein – die Daten sind ja schon alle da. Warum die Sache nicht so einfach ist, und worin sich beide Systeme unterscheiden, erklärt Digitalexperte Philip Wiemer.

ERP – Spurensuche im Namen

Um die Unterschiede zwischen ERP- und PIM-Systemen zu verstehen, lohnt der Blick auf deren Ausgangskonzepte: ERP steht für Enterprise Resource Planning, also die Planung und Steuerung von Unternehmensressourcen wie Personal oder Material. Bei ERP-Systemen handelt es sich um Software, die bei der Ressourcenplanung im Unternehmen verwendet wird. ERP-Systeme kombinieren häufig mehrere Funktionsbereiche, etwa:

  • Warenwirtschaft
  • Produktionssteuerung
  • Forschung und Entwicklung
  • Controlling

Die Grundidee eines ERP ist dabei, alle Ressourcen und Prozesse eines Unternehmens zentral abzubilden und effizient zu verwalten. Mittlerweile reicht das Spektrum von komplexen und universell konzipierten ERP-Systemen großer Anbieter bis hin zu einfacheren und branchenspezifischen Lösungen für kleine Unternehmen, die beispielsweise keine Controllingmodule brauchen.

Nutzen Sie das versteckte Potenzial Ihrer Produktdaten – beginnen Sie noch  heute mit unserem E-Book.

Und das PIM-System?

PIM ist die Abkürzung für Product Information Management und bezeichnet eine zentrale Datenbank für Produktinformationen. In einem PIM-System werden alle erforderlichen Produktdaten wie Texte, Fotos und Videos gepflegt und medienneutral vorgehalten. Die Daten sind also in beliebige Kanäle ausleitbar, zum Beispiel in Kataloge oder Onlineshops.

Innerhalb eines PIM-Systems können die Daten mit Produktbeschreibungen, Bedienungsanleitungen, Verkaufstexten oder Produktbildern angereichert werden. Über das PIM-System werden die Produktinformationen anschließend für jeden Touchpoint ausgespielt, etwa für Kataloge, Broschüren oder Onlineshops.

Was soll das PIM, wenn ich ein ERP habe?

Während PIM-Systeme auf Produktkommunikation zugeschnitten sind, sind ERP-Systeme auf komplexe firmeninterne Vorgänge ausgerichtet. Deshalb unterscheiden sich auch die Anforderungen an das Datenmanagement: So hantiert die Warenwirtschaft im ERP-System mit Artikelnummern, internen Kürzeln oder Logistikinformationen und kommt mit kurzen Eingabefeldern aus. Bei Informationen, die für den Verkauf gedacht sind, stößt ein ERP-System jedoch schnell an Grenzen, etwa wenn Felder für Produktbeschreibungen auf 160 Zeichen begrenzt sind. Für den internen Gebrauch reicht das vollkommen aus, aber für detaillierte Verkaufsinformationen und Produktbeschreibungen für Onlineshops ist das zu wenig.

Dagegen sind PIM-Systeme speziell für den Zusammenfluss von Produktdaten und Publishing-Unterlagen ausgelegt. Dafür bieten sie Funktionen wie etwa ein Media Asset Management (MAM), also eine zentrale Bild- und Videoverwaltung, die beispielsweise die Erstellung von Thumbnails erleichtert und die Bearbeitungsrechte regelt.

Kann man ein PIM an ein ERP andocken?

Ja, man kann PIM-Systeme mit ERP-Systemen verbinden, die kundenrelevanten Produktdaten aus dem ERP in das PIM ausleiten, für den Verkauf anreichern und für die Touchpoints vorbereiten. Für diesen Zweck verfügen PIM-Systeme über standardmäßige API-Schnittstellen. Bei den meisten unserer Kundenprojekte können wir mit diesen Standardschnittstellen arbeiten, nur manchmal müssen wir individuelle Formate erstellen. Das kann passieren, wenn zum Beispiel die Maße eines Produkts im ERP in verschiedenen Feldern abgelegt sind, im PIM aber als ein Block vorliegen sollen.

Über die Schnittstelle wird das PIM-System zudem regelmäßig – bei unseren Kunden jede Nacht – mit dem ERP synchronisiert und erhält so stets die aktuellen Produktdaten.

Fazit: PIM als Ergänzung von ERP

Ein PIM-System unterstützt Ihre Produktkommunikation mit Funktionen, über die ein komplexes ERP-System nicht verfügt, da es nicht für die Produktkommunikation konzipiert wurde. Damit stellt das PIM-System eine sinnvolle Ergänzung des ERP-Systems dar, wobei die regelmäßige Synchronisierung über die Schnittstelle sicherstellt, dass keine Dateninseln entstehen.

Weitere Artikel zu PIM-Systemen:

PIM-Beratung: Kosten bei der PIM-Einführung reduzieren

PIM-Implementierung: Vorsicht vor der Kostenexplosion

Kurs Digitalisierung: Warum dazu auch ein PIM gehört

PIM: Das Zauber-Tool in der Produktkommunikation

Was ist pimcore?

Neuer Call-to-Action (CTA) 

Blogbeitrag von Philip Wiemer

Philip Wiemer leitet in München den Bereich Digital der mds. Agenturgruppe GmbH. Er betreut Kunden bei strategischen und operativen Themen der Produkt- und Vertriebskommunikation.
Alle Artikel von Philip Wiemer ansehen