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PIM-Anbieter Akeneo

Klartext PIM-Anbieter: Tobias Schlotter, Akeneo GmbH

Andreas Anding: Heute begrüßen wir als Gesprächspartner zum Thema PIM Herrn Tobias Schlotter. Tobias Schlotter ist General Manager DACH des französischen PIM-Anbieters Akeneo. Akeneo ist ein Open-Source-PIM. Herr Schlotter, ich freue mich, dass Sie uns Rede und Antwort stehen.

Tobias Schlotter: Hallo, Herr Anding, aber sehr gern. Kann losgehen!

 

Wo liegen Ihre Wurzeln? Aus welcher Branche kommen Sie?

Ich selbst komme eigentlich aus dem klassischen Vertrieb im Bereich Medien und habe recht schnell meine Leidenschaft für das Thema Digitalisierung von Prozessen entdeckt. Dies hat mich dann im Folgenden zu meiner Rolle als Sales Manager für eine regionale IT-Agentur geführt, über die ich Akeneo kennen- und lieben lernen durfte. Ich bin also schon immer branchenübergreifend im B2B unterwegs gewesen. Das macht auch den Reiz aus, da sich viele Branchenkonzepte durchaus auf andere Branchen übertragen lassen.

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DACH-Manager bei Akeneo: Tobias Schlotter (Bild: privat)

 

Was kann Akeneo besonders gut?

Akeneo ist vor allem im Bereich Consumer Brand ein hervorragendes PIM. Unser Open-Source-PIM ist Enterprise-tauglich, hat aber dennoch eine intuitiv leicht zu bedienende Oberfläche. Deshalb dürfen wir uns über sehr viele Fans aus den Abteilungen Marketing und Produktmanagement freuen. Zu unseren Fans gehören aber tatsächlich nicht nur Consumer Brands wie PUKY oder Lancaster. Auch viele Retailer mit einem Schwerpunkt im E-Commerce setzen auf das „Next Generation PIM“. So zum Beispiel ZEG, Stylebop oder der erfolgreiche Regio-Marktplatz Siroop in der Schweiz. Sehr viel Erfahrung bringen wir dabei im Bereich Fashion, Accessoires sowie Food & Beverages (Pernod Ricard, Auchan …) mit.

 

Haben Sie eine integrierte DAM-Lösung?

Ja, wir haben eine kleine DAM-Lösung als „Product Asset Management“ inkludiert.

 

 

Die Akeneo Enterprise-Edition im Video

 

Mit welchen DAM-Pure-Playern haben Sie gute Erfahrung gemacht, bzw. wo bestehen Schnittstellen?

Da wir dem Best of Breed“-Ansatz folgen, arbeitet Akeneo liebend gern mit fertigen, vollumfänglichen Lösungen wie Celum, mammut oder Picturepark zusammen. Die Schnittstellen sind für Akeneo kein Problem, und unsere Kunden, die auch Kunden dieser DAM-Anbieter sind, freuen sich darüber, dass die Integration funktioniert.

 

Haben Sie eine integrierte Print-publishing-Lösung bzw. Konnektoren?

Nein, so wie Akeneo auch kein CMS oder keine Shoplösung mitbringt, haben wir auch keine eigene Print-Publishing-Lösung. Wir sind vom monolithischen Systemansatz einfach nicht überzeugt. Akeneo lässt sich jedoch mit jeder Printlösung verbinden. Für die drei Systeme Priint/Comet, Xactuell und EasyCatalog bieten wir entsprechende Schnittstellen an.

 

Mit welchen Pure-Playern aus dem Print-publishing-Bereich arbeiten Sie zusammen?

Mit Werk II, Xactuell und EasyCatalog arbeiten wir gern und intensiv zusammen.

 

Wo sehen Sie die Zukunft von PIM – welche Entwicklungen erwarten Sie?

PIM ist das neue CRM! Das bedeutet nicht, dass Sie nun Ihre Kundendaten im PIM pflegen sollen. Aber das Thema PIM erlebt gerade seinen zweiten Frühling und wird in den kommenden Jahren noch viel mehr Relevanz bekommen, als es heute schon hat.

Immerhin nutzen noch 92 Prozent aller Unternehmen weltweit Excel oder andere proprietäre Datenbanklösungen zur Verwaltung ihrer Produktinformationen. Im Zuge der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung und der immer größer werdenden Anforderungen im Omnichannel wird jedes Unternehmen eher früher als später gezwungen sein, hier entsprechend nachzurüsten. Irgendwann werden Produktmanager oder Marketer nicht mehr für ein Unternehmen arbeiten wollen, das kein PIM im Einsatz hat. Ebenso, wie es heute schon mit Sales-Mitarbeitern und CRM-Systemen Realität ist.

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Produktpflege im Akeneo PIM. (Screenshot: Akeneo)

 

 

Wie können PIM-Systeme zukunftssicher gemacht werden?

Die Antwort darauf lautet ganz sicher: mit der Cloud. Zwar hängen wir in der DACH-Region immer noch ein wenig hinterher, aber die Zeichen sind sehr deutlich zu erkennen. Akeneo hat sich hierfür bereits perfekt aufgestellt, mit dem ersten Open-Source-PIM als PaaS (Platform as a Service, Anm. d. Red.) in der Cloud.

 

Welche Anforderungen erwarten Sie beim Thema Konnektivität?

Wir vernetzen alles mit allem und jedem – oder etwa nicht? Ich denke, dieser Trend wird sich dank Alexa und Co. weiter fortsetzen, sodass auch Systemlandschaften immer kommunikativer werden müssen. Die technischen Anforderungen hierfür bringt Akeneo heute schon mit – sei es durch Dateiaustauschformate oder eine RESTful API.

 

Welche Anforderungen erwarten Sie in der Zukunft bei der Usability?

In der Zukunft? Das Thema Usability ist heute schon omnipräsent und bringt Akeneo einen enormen Wettbewerbsvorteil. Bei PIM-Systemen geht es doch vor allem um Produktivität, Kollaboration und Prozessoptimierung. Um hier zu punkten, brauchen Sie eine UI, die aus Nutzersicht keine Wünsche offen lässt und im Idealfall nicht einmal einer Schulung bedarf. Das ist unser Ziel mit Akeneo. Apple hat es allen vorgemacht – für eine perfekte Usability begeben sich unzählige Menschen freiwillig in einen teuren, goldenen Käfig. Was nicht heißen soll, dass die Akeneo-Welt teuer und golden ist. Wer mit Akeneo PIM arbeitet, kann das ohne Userlizenzen vergleichsweise günstig tun.

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Das PIM als Workflow-Engine nutzen. (Screenshot: Akeneo)

 

 

Welche Rolle spielt Data Governance bzw. Datenqualität in Ihrer strategischen Ausrichtung?

Eine sehr zentrale Rolle: Eines unserer Schlüsselkonzepte ist die Completeness je Ausgabekanal und Sprache, denn es ist sehr wichtig, dass nur vollständig beschriebene Produkte das PIM verlassen. Auch darüber hinaus bietet Akeneo Funktionen, die den Themen Data Governance und Datenqualität mehr als gerecht werden.

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Fehlt etwas? Akeneo gibt dazu eine Übersicht. (Screenshot: Akeneo)



Wie sehen Sie das Zusammenspiel von PIM und MDM?

Ein paar unserer Kunden betreiben heute ein „großes“ MDM hinter einem Akeneo PIM, und beide Systeme haben hier ihre Daseinsberechtigung. Also ja, für sehr große Unternehmen kann ein MDM mit einem ergänzenden PIM durchaus Sinn ergeben und das Zusammenspiel für den Kunden von Vorteil sein.

 

Welche Tipps können Sie Nutzern geben, die sich im PIM-Markt orientieren wollen?

Erstens: Nehmen Sie Abstand von nichtssagenden RFI-Prozessen! Zum einen wird Ihnen kaum jemand die volle Wahrheit in ein Excel-Sheet schreiben, zum anderen sind viele Systeme per se einfach nicht miteinander vergleichbar.

Zweitens: Schauen Sie sich drei bis fünf Systeme in Webdemos an, bereiten Sie einige Userstorys im Vorfeld vor und laden Sie dann die beiden überzeugendsten Anbieter zu einem eintägigen Workshop ein. Am Ende wählen Sie den, der Sie am besten verstanden hat.

Und drittens: Ein unabhängiger Berater kann im Vorfeld gut investiertes Geld sein.

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Erfolgsfaktoren bei der PIM-Einführung. (Quelle: Akeneo)

 

Wo sehen Sie gerade die größten Herausforderungen bei der Einführung eines neuen PIM-Systems?

Die Einführung eines PIM-Systems geht immer auch mit Umdenkprozessen im Unternehmen einher. 50 Prozent eines PIM-Projekts bestehen aus der Konzeption, und diese kann nur mit dem Unternehmen gemeinsam erfolgen. Das ist ein bisschen so, wie den Keller aufzuräumen – jeder drückt sich davor, so lange er kann, ist man aber erst einmal dabei, macht es den meisten sogar Spaß. Eine schöne Analogie zu einem PIM-Projekt, und so würde ich nicht von Herausforderungen, sondern eher von Chancen sprechen!

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Regeln und Gruppierungen erarbeitet man am besten gemeinsam. (Screenshot: Akeneo)

 

Was muss für eine erfolgreiche Implementierung beachtet werden?

Man muss das richtige System und den richtigen Integrationspartner gewählt haben, intern ausreichende Ressourcen abteilungsübergreifend bereitstellen und motiviert in das Projekt starten.

Ganz, ganz wichtig ist in meinen Augen aber vor allem, dass man nach Möglichkeit mit einem MLP (Minimum loveable Product), wie ich es nenne, startet. Also das Projekt in Phasen unterteilt und die möglichst schnelle Nutzung des Systems anstrebt, auch wenn noch nicht alle Features implementiert oder alle Kanäle angeschlossen sind. Nach unserer Erfahrung ist ein Akeneo PIM im Durchschnitt nach drei bis fünf Monaten implementiert. Das zeigt auch: Den Leuten macht es Spaß, sie erkennen den Nutzen, sie erleben intuitive Bedienerführung, sie ernten positive Ergebnisse.

 

Haben sich die Ansprüche der Kunden in den letzten fünf Jahren verändert?

Aber sicher! Analog zu den sich laufend verändernden Ansprüchen, die der Markt an die Kunden stellt. Wir merken, dass den Kunden vor allem die Themen Flexibilität, Skalierbarkeit und Transparenz immer wichtiger werden.

 

Wo geht der Trend beim Thema PIM hin?

Der Trend wird weiter in Richtung „Excellence of Content“ gehen. Wer seine Produkte verkaufen will, muss den Produkt-Content „aufPIMpen“, und dazu braucht er – ein PIM. Was noch so an Trends auf uns zukommt? Keine Ahnung, aber ich bin sehr gespannt, wie sich die Ansätze von Dash-Button, Alexa und dem digitalen Automobil noch so weiterentwickeln werden.

 

Wie wird sich Ihrer Meinung nach die Branche entwickeln?

Ganz klar und eindeutig in Richtung „Best of Breed“! Alles andere kann über kurz oder lang keine Zukunft haben, da Unternehmen künftig eher noch flexibler und agiler werden reagieren müssen, als es heute schon der Fall ist. Alles muss spezialisierter, effektiver, schneller gehen, dabei aber auch genauso dynamisch anpassbar oder eben ersetzbar sein. Ein monolithisches System ist hier zu unbeweglich und macht zu sehr abhängig.

 

Wann raten Sie davon ab, ein PIM anzuschaffen?

Ist die Frage ernst gemeint? Da es Akeneo PIM auch als kostenfreie Version gibt, die man mit ein bisschen technischem Geschick im Standard selbst zum Laufen bekommt, gibt es kaum einen Anwendungsfall, in dem ein PIM ein Nachteil wäre. Ausnahmen wären vielleicht Unternehmen mit nur einem Produkt, es sei denn, dieses gäbe es dann wiederum in 1.000 Varianten (lacht).

Herr Schlotter, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Sehr gern.

 

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Blogbeitrag von Andreas Anding

Andreas Anding ist Mitglied der Geschäftsleitung und berät Unternehmen in den Bereichen internationale Vertriebs- und Produktkommunikation sowie Customer-Experience-Management. Zu seiner weiteren Expertise zählen Strategien zur Digitalisierung und Transformation, die er mit seinem Team für unsere Kunden entwickelt und realisiert.
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