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KNOW-HOW FÜR MARKETING UND VERTRIEB

Die Zeit ist reif für nachhaltige Verpackungen

veröffentlicht von Johannes Greipl | 21.11.2019 08:16:29

Verpackungen werden in vielen Formen und bei fast jedem Produkt eingesetzt. Dabei bieten gerade Verpackungen viel Spielraum, den ökologischen Fußabdruck eines Unternehmens zu verbessern. „Wir verbrauchen viel zu viele Verpackungen“, mahnte zuletzt auch Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamts (UBA), bei der Vorstellung des Berichts zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungen in Deutschland. Darin forderte sie auch die Industrie zum Handeln auf: „Wir müssen Abfälle vermeiden, möglichst schon in der Produktionsphase.“ Das Zitat zeigt, dass die Zeit für Unternehmen reif ist, eigene Nachhaltigkeitskonzepte und umweltgerechtere Verpackungen zu entwickeln.

Zukunftsthema nachhaltige Verpackungen

Laut Bericht des UBA, der am 18.11.2019 veröffentlicht wurde, ist Deutschland innerhalb der EU Spitzenreiter in Sachen Müllproduktion: 2017 fielen insgesamt 18,7 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Pro Kopf macht das 226,5 Kilogramm Verpackungsabfall pro Jahr! Davon entfallen 47 Prozent – umgerechnet 107 Kilogramm Abfall pro Kopf und Jahr – auf private Endverbraucher. Entsprechend groß ist der Handlungsbedarf.

 „Auf unnötige und unnötig materialintensive Verpackungen sollte (...) verzichtet werden.
Häufig sieht man aber das Gegenteil, und selbst die Zahnpastatube ist noch mal verpackt.
Wir brauchen viel mehr Mehrweg, nicht nur bei Sprudel und Bier.
Auch den Kaffee kann man im Mehrwegbecher mitnehmen, und wer sein Essen mitnimmt, sollte das auch in Mehrwegbehältern tun können.“

Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamts (UBA), anlässlich der Veröffentlichung
des Berichts zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungen in Deutschland.


Der Bericht ist zum Start der Europäischen Woche der Abfallvermeidung erschienen, die noch bis zum 24. November dauert. Aktionen wie diese belegen, dass Nachhaltigkeit derzeit ein absolutes Trendthema ist, das die Agenda der Politik und die gesellschaftliche Diskussion bestimmt. Das Thema bewegt vor allem auch die junge Generation, die ihrem Unmut über die Untätigkeit der Politik, aber auch der Wirtschaft in Bewegungen wie „Fridays For Future“ vehement Ausdruck verleiht.

„Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und globale Verantwortung
stehen für diese Generation außer Frage.
Wer junge Menschen gewinnen will, darf sich diesen Themen nicht verschließen,
sondern muss sie im Gegenteil aktiv vorantreiben und fördern.“

Kim Cheng, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts e. V., anlässlich
der Studierendenkonferenz am 12./13.11.2019 in Berlin.


Nachhaltigkeitskonzepte sind Zukunftskonzepte.
Deshalb ist es absolut sinnvoll, jetzt nach umweltgerechteren Verpackungslösungen zu suchen, um sich hier für die Zukunft gut zu positionieren.

 

Druck vom Gesetzgeber

Aber nicht nur der öffentliche Druck steigt, auch der Gesetzgeber erlässt immer strengere Vorlagen und Verordnungen in Sachen Verpackungen, an die sich Unternehmen halten müssen.

Die EU hat jüngst einige Vorschläge und Konzepte auf den Weg gebracht. Mit dem Kreislaufwirtschaftspaket legten die Abgeordneten verbindliche Recyclingquoten fest und formulierten Ziele zur generellen Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Auch die „Plastikstrategie“ der EU aus dem Jahr 2018 folgt diesem Beispiel. Das Maßnahmenpaket gibt Unternehmen und Herstellern neue Richtlinien für das Design und den Umgang mit Kunststoffverpackungen vor.

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Der Anteil an Kunststoffverpackungen nimmt stetig zu (Quelle: UBA 2019)

Ziel der Strategie ist, weniger Einwegkunststoffe in der Produktion von Verpackungen zu verwenden und die Rezyklierbarkeit von getrennten Kunststoffen zu erhöhen. Bereits beim Produktdesign sollen diese Aspekte berücksichtigt werden. Neben der Wiederverwertbarkeit arbeitet die Strategie außerdem an einer Verbesserung der Kunststoffe für den Kompost. Kompostierbare Kunststoffe sollen so wieder Teil der Natur werden, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Erste Verbote zu Einwegplastikartikeln, wie beispielsweise Einkaufstüten, zeigen bereits Wirkung.

Auf nationaler Ebene trat Anfang 2019 das nationale Verpackungsgesetz in Kraft. So müssen sich die Hersteller, Vertreiber, Importeure und Verpacker von Produkten nun auch in einem Register einschreiben und Kunststoffverpackungen im bundesweiten Rücknahmesystem lizensieren. Das Verpackungsgesetz sieht zudem feste Recyclingquoten vor. Jeder, der Plastikverpackungen anbietet, muss nun also Lizenzgebühren auf Kunststoffverpackungen zahlen. Wenig Plastikanteile und hohe Umweltfreundlichkeit der Verpackungen bedeuten dann für Unternehmen geringere Lizenzgebühren.

 

Der Umstieg lohnt sich

Wirtschaftlich lohnt sich der Umstieg auf umweltgerechtere Verpackungen allemal. Mithilfe nachhaltiger Verpackungskonzepte können Unternehmen bereits in der Produktion die Ausgaben für zusätzliches Verpackungsmaterial signifikant senken. Verpackungslösungen, die weniger Materialien einsetzen, sparen neben Ressourcen in der Produktion auch bares Geld.

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Es werden immer mehr Verpackungen produziert, gerade aus Kunststoff. Ein Umstieg auf nachhaltige Verpackungslösungen ist angesichts dieser Zahlen sinnvoll, auch wirtschaftlich. (Quelle: UBA 2019)

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Auch bei den Rohstoffen, aus denen Verpackungen gefertigt werden, bietet sich ein großes Einsparpotenzial. Viele Verpackungsmaterialien werden aus endlichen Ausgangsrohstoffen hergestellt. Auf lange Sicht werden die Preise für diese Rohstoffe aber sicher steigen, und damit natürlich auch die Kosten für die Verpackung. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, auf nachhaltige Verpackungsmaterialien umzusteigen und den Wiederverwertungsfaktor der Verpackungen zu steigern.

Preiserhöhungen der Lizenztarife für Kunststoffverpackungen, die im dualen System entsorgt werden müssen, stellen einen weiteren wirtschaftlichen Anreiz für den Umstieg dar. Für 2020 erwartet die Abfallwirtschaft deutliche Preiserhöhungen der Lizenztarife. War es in den letzten Jahren noch möglich, unter vielen verschiedenen Lizenzanbietern die mit den billigsten Lizenzen auszuwählen, wird es ab 2020 deutlich teurer für Lizenznehmer werden. Harte Preiskämpfe in der Branche haben bereits dafür gesorgt, dass viele der Billiglizenzanbieter das Feld räumen mussten. Am Markt etablieren sich zusehends duale Systeme, die kostspieligere Lizenzen vertreiben. Für Unternehmen wird es also in jedem Fall teurer, ihre Kunststoffverpackungen lizensieren zu lassen. Wer hier rechtzeitig auf nachhaltige Verpackungen umsteigt, spart Geld.

 

Fazit

Die Debatte um Nachhaltigkeit hat die Mitte der Gesellschaft erreicht. Von Seiten der Gesellschaft und des Gesetzgebers steigt der Druck auf die Unternehmen, umweltgerechtere Verpackungslösungen umzusetzen. Gleichzeitig bringt der Wechsel auf ein nachhaltiges Verpackungssystem wirtschaftliche Vorteile, die sich in der Zukunft noch verstärken werden. Nicht zuletzt können Unternehmen, die hier eine überzeugende Lösung anbieten, Ihren Makenwert erhöhen und die Akzeptanz Ihrer Produkte steigern.

„Solange man als Marke ersetzt werden kann durch irgendeinen Wettbewerber,
der es noch billiger anbietet, hat man sehr schlechte Karten.
Das heißt, man muss Werte schaffen, die einzigartig und nicht so leicht zu imitieren sind.
Und die auch mit einer hohen Glaubwürdigkeit verbunden sind.
Und das ist eigentlich ein glücklicher Zufall, dass es das ist,
was letztendlich Nachhaltigkeit ausmacht.“

Reinhard Schneider (Werner & Mertz), Träger des deutschen Umweltpreises 2019,
in einem Radiointerview vom 25.10.2019


Wir von mds.packaging unterstützen Sie gern auf Ihrem Weg zu einem wirtschaftlich effizienten und nachhaltigen Verpackungssystem. Wenn Sie jetzt handeln, wandeln Sie den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Druck in einen Wettbewerbsvorteil. Der Umstieg lohnt sich jetzt mehr denn je!

 

Thema: Verpackungsdesign

Blogbeitrag von Johannes Greipl

Johannes Greipl ist Bereichsleiter der mds.packaging in München. Sein Team umfasst Spezialisten für alle Fragen rund ums Thema Verpackungen: von Brand Guidance über Verpackungsdesign bis hin zur Adaption in der Serienproduktion.

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