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Augmented Reality ist bald bei Ikea im Einsatz

Wie Ikea mit Augmented Reality (AR) mehr Mö­bel online ver­kau­fen will

„Samstag gehen wir zu Ikea!“ – gucken Sie auch wie kurz vor der Darmspiegelung, wenn Sie diesen Satz hören? Für viele Möbelkäufer ist die Aussicht, einen Tag des Wochenendes in überfüllten Showrooms zu verbringen, so verlockend wie eine Wurzelbehandlung. Daran ändert dann auch ein Köttbullar nichts. Vielleicht wird der Möbelkauf vor Ort aber bald ganz überflüssig – dank Augmented Reality.

Bisher steckt E-Commerce für Möbel noch in den Kinderschuhen

Ikea plant nämlich, den Möbelabsatz per E-Commerce systematisch zu steigern. Eine Augmented-Reality-App soll dabei helfen.

Hintergrund: Laut Internetworld erwirtschaften Möbelhändler zwar derzeit gerade einmal sieben Prozent ihres Umsatzes über Onlineshops, doch mit steigender Tendenz.

Der Anteil ist wahrscheinlich noch so niedrig, weil potenzielle Käufer den Trubel im Möbelhaus dem Rücksendestress immer noch vorziehen. Letzterer stellt sich beispielsweise ein, wenn die Farbe im Katalog viel besser zur Tapete passte als in Wirklichkeit. Deshalb versuchen Möbelhersteller wie Ikea zunehmend, ihren Kunden die Kaufentscheidung mithilfe von Augmented-Reality-Anwendungen für Tablets und Smartphones zu erleichtern. Ab Herbst will der schwedische Konzern in Kooperation mit Apple eine neue Anwendung zum Download anbieten.

Wie Möbelkauf mit Augmented Reality funktioniert

Kunden laden sich die App auf ihr Mobilgerät und betrachten durch die eingebaute Kamera jene Zimmerecke, für die sie ein neues Möbelstück kaufen wollen. Auf dem Bildschirm kann der Nutzer dann die infrage kommenden Möbel als 3D-Visualisierungen einfügen und prüfen, wie das Produkt in den eigenen vier Wänden aussieht. So lässt sich das Risiko von Fehlkäufen – und von Retouren, die für den Händler kostspielig sind – senken.

Die Kinderkrankheiten der Vorläufer

Ikea ist bei der AR-Nutzung im E-Commerce kein Pionier. Tatsächlich nutzen besonders kleinere Möbelhersteller die Technologie. So basiert zum Beispiel das Geschäftsmodell des polnischen Regal-Start-ups Tylko auf AR. Hier können Kunden maßgeschneiderte Möbel bestellen, ohne vorher mit einem Schreiner zu sprechen. Dafür braucht der Kunde zum Abmessen noch nicht einmal einen Zollstock, sondern lediglich ein DIN-A4-Blatt, das als Vergleichsfläche auf den Boden gelegt wird.

Mangels Erfahrungsschatz haben jedoch viele dieser Anwendungen noch Kinderkrankheiten: Produkte lassen sich nicht problemlos platzieren oder werden auf dem Bildschirm wackelig und schief angezeigt. Auch Ikea musste für seinen AR-Erstling Kritik einstecken, verspricht aber für die neue App im Herbst 2017 verbesserte Funktionen und Produktdarstellungen.

Wie verändert Augmented Reality den Möbelhandel?

Die Ikea-App kann den Gang ins Möbelhaus noch nicht vollständig ersetzen, denn die Anwendung beschränkt sich vorerst nur auf Produktneuheiten. Das Gesamtsortiment mit fast 10.000 Produkten kann die App noch nicht abbilden.

Falls das Angebot bei den Kunden gut ankommt, wird es jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis sämtliche Ikea-Produkte per Augmented Reality „ausprobiert“ werden können. Denn dass Ikea heute schon über die Daten für hochwertige 3D-Produktabbildungen seines Gesamtsortiments verfügt und diese in seiner Produktkommunikation nutzt, ist bekannt. Doch bis die Daten aller Produkte für die AR-Anwendung aufbereitet sind, wird es wohl noch etwas dauern.

Langfristig wird Augmented Reality den Möbelkauf grundlegend verändern – aber heute und morgen werden sich Möbelkäufer wohl oder übel meist noch ins Getümmel wagen müssen. Immerhin gibt’s am Ende des Parcours etwas, das keine noch so ausgefuchste AR ersetzen kann: Hotdogs.

Übrigens setzt nicht mehr nur der E-Commerce auf AR: Auch im Print wird Augmented Reality mittlerweile eingesetzt, um Mehrwert für die Leser zu generieren.

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Blogbeitrag von Elke Lichtmann

Elke Lichtmann schreibt für die Berliner Onlineredaktion der mds zu operativen Themen der Produktkommunikation.
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