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News von der E-Commerce EXPO aus Berlin

So war die E-Commerce Expo in Berlin

Anfang Februar fanden sich 100 Unternehmen der deutschen und internationalen E-Commerce-Branche in Berlin ein, um für sich zu werben, sich zu vernetzen und in Vorträgen rund um das Thema Onlinehandel neue Perspektiven aufzuzeigen. Kundenzentrierung und die Expansion in neue Märkte und Kanäle standen im Mittelpunkt der Präsentationen: Drei davon haben wir besucht und kurz für Sie zusammengefasst.

1. Germany Trade & Invest: Aktuelle Daten und Kunden­analy­sen zum deutschen E-Commerce-Markt

Einen etablierten Onlineshop in einem anderen Land zu starten ist nicht nur eine technische und finanzielle Frage. Viele Faktoren müssen bedacht werden, so auch die nationalen Vorlieben der anvisierten Kundschaft. Nadine Litchfield von der Germany Trade & Invest stellte in ihrem Vortrag auf der E-Commerce Expo die neuesten Erkenntnisse zu den Besonderheiten und Vorlieben deutscher Konsumenten vor.

Ein besonders wichtiger Faktor für den Zielmarkt Deutschland: Komfort. Das bezieht sich sowohl auf kurze Ladezeiten von Onlineshops als auch auf angebotene Zahlmethoden, die Angabe alternativer Lieferadressen und die Nachverfolgung der Ware. 88 % wollen kostenfreie Lieferung und legen großen Wert auf Bestimmung von Zeit und Ort der Anlieferung.

Bei der Auswahl der bevorzugten Zahlmethode gibt es einen sehr interessanten Effekt: Während immer noch 29 % der Onlinekäufe auf Rechnung getätigt werden, laufen 43 % der Geschäfte über Kreditkarte und Lastschrift sowie über Onlinezahlmethoden wie Paypal. Bei den Onlinezahlungen geht allerdings kein Anbieter als eindeutiger Sieger hervor, was eines umso wichtiger macht: Händler sollten auf jeden Fall unterschiedliche Zahlmethoden anbieten. Wenn Käufer auf ihre bevorzugte Art und Weise bezahlen können, entscheiden sie sich sogar für einen Onlineshop, bei dem das Produkt teurer ist.

Aber Vorsicht: Die Statistiken zeigen auch, dass mehr als sechs Auswahlmöglichkeiten verwirrend wirken und User den Kauf dann abbrechen.

Germany Trade & Invest: Aktuelle Daten und Kundenanalysen zum deutschen E-Commerce-MarktWas ist den deutschen Konsumenten wichtig? Vortrag bei der E-Commerce Expo in Berlin

Deutsche Kunden haben aber auch ein großes Sicherheitsbedürfnis: 43 % der 18- bis 34-Jährigen vertrauen bei ihrer Kaufentscheidung in den sozialen Medien auf Erfahrungen aus Reviews, Ratings und Kundenfeedback. Weiterhin legen 62 % der potenziellen Käufer großen Wert auf Gütesiegel (z. B. Trusted Shops, TÜV-geprüft).

2. Hubspot: Der schmale Grat zwischen Personalisie­rung und Grusel

Der schmale Grat zwischen Personalisierung und Grusel – Vortrag von Karsten KöhlerKarsten Köhler von Hubspot über Personalisierung

Zielgruppenspezifischer Content kommt gut an bei den Usern: Conversion und Verkaufsmöglichkeiten steigen um 19 %. Ein Anzeichen dafür, dass potenzielle Kunden sich nicht als Teil einer anonymen Gruppe sehen wollen. Dass Personalisierung in Marketingmaßnahmen aber nicht immer gut geht, darüber sprach Karsten Köhler, Marketing Manager von Hubspot für die DACH-Region, in seinem Vortrag.

Demnach empfinden es zwei von drei Usern als unangenehm, wenn sie vorher so gut wie keinen Kontakt zu einem Unternehmen hatten, aber z. B. in einem Newsletter dennoch mit dem Vornamen angesprochen werden. Ganze 91 % der Befragten einer Umfrage denken sogar, dass Unternehmen das Gefühl für die Verwendung von Daten verloren haben. Wo sich der schmale Grat zwischen einer angemessenen persönlichen Ansprache und der Einschätzung als „gruselig übergriffige“ Kontakte befindet, hat Karsten Köhler in einer „Creepy Scale“ abgebildet:

Bei der Kommunikation mit Seitenbesuchern und Leads sei es angebracht, sich an den Umgangsformen im realen Leben zu orientieren. Um eine persönliche Verbindung zu potenziellen Kunden aufzubauen, sollten Unternehmen demnach eine digitale Körpersprache entwickeln, die nicht verschreckt, sondern vertrauensvoll und an die jeweilige Situation angepasst ist. Wie im richtigen Leben gilt es, Grenzen zu erkennen und einzuhalten.

3. Monkeydata: Mehr Multichannel im Onlinehandel

Referent Jan Lastuvka sieht im Multichannel- und Social Commerce die Zukunft des Onlinehandels: „Produkte an so vielen Orten wie möglich anzubieten, ist eine der Schlüsselstrategien“, so der CEO von Monkeydata.

E-Commerce Expo Berlin

Quelle: E-Commerce Expo Berlin

Die Möglichkeiten Produkte anzubieten, sind dabei mehr als vielfältig. Neben dem eigenen Onlineshop gibt es einerseits die Möglichkeit, seine Produkte auch in großen Handelsportalen wie Amazon oder Ebay, andererseits auch in den sogenannten Market Places zu platzieren.

Der Schwerpunkt beim Social Commerce liegt natürlich bei Facebook, wo eine Shopify-Anbindung möglich ist. Zusätzlich werden im Bereich Conversational Commerce die Potenziale von Shopping-Bots hervorgehoben: Einige Vorreiter benutzen Chat-Apps wie den Facebook-Messenger mit intelligenten Chatbots bereits, um Usern automatisiert Produkte anzubieten.

Alle Vorträge der E-Commerce EXPO als Slideshares:

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Blogbeitrag von Patrick Scherfeld

Patrick Scherfeld ist Redakteur bei der mds. Agenturgruppe. Er schreibt in Berlin zu strategischen und operativen Themen der Produkt- und Vertriebskommunikation.
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