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Messeauftritt: So nutzen Sie Video-Mapping, Virtual Reality, XXL-Touchdisplays

Es ist die Quadratur des Kreises: Wie errege ich auf einer Messe, auf der alle anderen Aussteller das auch wollen, mit meinem Stand Aufsehen? Trotz aller Kreativität bei Event- und Messeplanern sind die Antworten auf diese Frage oft genug entweder mau oder skurril. Das hehre Ziel – nämlich das Unterhaltsame mit dem (aus Unternehmenssicht) Lehrreichen zu verbinden – wird dabei nur selten erreicht.

 

Der Messestand: Auffallen unter Auffälligen

Größer, höher, bunter, lauter: So manchem Messebesucher ist das turbulente Treiben auf dem Messegelände nach kurzer Zeit schon zu viel. Denn was ihn auf Messen wie etwa der CeBIT oder der IFA erwartet, ist eine grelle Kakofonie sich gegenseitig übertrumpfen wollender Präsentationen. Das ist verständlich, denn die Ausstellerdevise lautet schlicht: „Auffallen um jeden Preis!“

Da gibt es hier den Workshop, dort die Show, da die Tombola, gefolgt von einem Quiz, dann Torwandschießen, Sackhüpfen und zum Schluss ein Interview mit einem Promi der C-Kategorie. Hier in Stereo, dort in 3D, und das Ganze natürlich in Extra-Lautstärke. Dies alles kennt man und akzeptiert es als Teil des Messerituals. Und dann gibt es da noch die vermeintlich besonderen Ansätze.

 

Von „Booth Babes“ und Schützenpanzern – Messeideen zum Frösteln

Diese erschöpfen sich nur allzu oft in nackten Tatsachen: Wenn Sie das schauderhafte Suchwort „Messebabe“ bei Google eintippen, verstehen Sie schnell, was gemeint ist: Sex sells. Auch auf der Messe. Und dann wird die Soundbar eben von ein paar spärlich bekleideten und ebenso spärlich mit Produktinformationen bestückten „Booth Babes“ präsentiert. Diese finden sich dann – so viel PR-Output gibt es immerhin – in den scheinbar unvermeidlichen Bildergalerien der Marke „IAA: Die heißtesten Babes der Automesse“ wieder.

Auf der CeBIT 2013 sorgte zum Beispiel ein Hersteller mit einem Schützenpanzer für großes Hallo. Eine Berichterstattung aus Hannover ohne die Erwähnung des – selbstredend mit spärlich bekleideten Hostessen garnierten – gepanzerten Transporters war quasi unmöglich, selbst staubtrockene Händlerpublikationen wie „Channelpartner“ oder „IT Business“ sprangen berichtend auf den Panzerzug auf. Allerdings konnte sich schon vor Ort niemand an das damit verbundene Produkt oder die Marke erinnern: „ein Hersteller“ eben. Und genau hier liegt der Hund begraben.

 

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Das Messe-Ungetüm (damit ist hier der Panzer gemeint). Quelle: bitpiloten.de

 

Besuchermarketing: Und wen interessieren jetzt die Produkte?

Was bleibt beim Besucher denn hängen? Gut, ein paar Hochglanzprospekte sind dabei. Aber: Der Besucher kommt nicht zum Lesen auf die Messe. Er möchte etwas erleben! Das gilt für den Fachbesucher ebenso wie für den gemeinen Verbraucher. Bei Messen, wo auch Letzterer Zutritt erhält, sind es dann meist schnöde Give-aways wie Display-Cleaner fürs Smartphone, Kugelschreiber oder gebrandete Tragetaschen. In den Tragetaschen verstauen Herr und Frau Konsument dann die erbeuteten Kugelschreiber und den anderen Werbemüll Sammelertrag.

 

Nach dem Messebesuch. (via giphy.com)

 

Eigentlich traurig. Erschwerend kommt hinzu, dass in Zeiten knapper Marketingbudgets (und die sind ja eigentlich immer knapp) nun aber die Mittel für höherwertige Werbegeschenke ebenso schnell verbraucht sind wie der Kugelschreibervorrat an einem IFA-Stand.

Was der Besucher hingegen nicht zwangsläufig mitnimmt, ist eine Verbindung von Marke und Produkt, von Messebesuch und Produkt. Denn woran denken Verbraucher, wenn sie zu Hause ein Kreuzworträtsel mit einem Siemens-Kugelschreiber lösen? Genau: an einen Nebenfluss der Donau mit acht Buchstaben.

 

Mit der richtigen Technik: Produktpräsentationen am Messestand

Dabei ermöglicht es die heutige Technik, mit überschaubarem Aufwand Präsentationen zu erstellen, die einen direkten Bezug zum Produkt haben. Die Produkte müssen sich natürlich für diese Darstellungen einigermaßen eignen. Hier drei Beispiele.

Virtual Reality am Messestand

So kann mit einer Virtual-Reality-Brille nicht nur eine virtuelle Tour durch die Fertigungshallen des Herstellers unternommen werden, auch interaktive Explosionszeichnungen, Erklärvideos, „Röntgenblicke“ in das Produkt oder etwa auch der Einbau von Möbeln in virtuelle Wohnumgebungen sind damit möglich.

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VR-Brillen („Head-mounted Displays“) sorgen für eindrückliche Erlebnisse. Quelle: Pixabay

 

Die VR-Präsentation wird so zum echten Produktberater. Durch die eindrückliche Technik erlaubt sie nicht nur ein besseres Verständnis der Produktkonzepte, sondern ruft auch noch Staunen hervor: Das ist unterhaltende Produktinformation. Das Konzept bietet auch interessante Perspektiven für eine Umsetzung am POS – ein konkretes Beispiel zur Küchenplanung finden Sie hier.

Video-Mapping (Projektionsmapping)

Für Produktshows und Interviews kann Video-Mapping eine faszinierende visuelle Unterstützung sein. Dabei werden Videos auf eine dreidimensional strukturierte Oberfläche projiziert – das erzeugt besonders plastische Bilder und sorgt beim Hervorheben einzelner Details für echte Aha-Effekte.

Hier ein Beispiel.

 

Die Technik wird auch beim sogenannten House-Mapping oder Fassaden-Mapping eingesetzt, etwa wie hier:

 

XXL-Touchdisplays

Je nach Produkt können auch Touchdisplays als „Produktberater“ eingesetzt werden. Je größer, desto imposanter natürlich: Bildschirmdiagonalen von 84 oder gar 96 Zoll sind keine Seltenheit mehr. Die XXL-Displays bieten dank 4K-Auflösung auch aus der Nähe ein beeindruckend scharfes Bild. Der Vorteil: Kunden können sich selbstständig in der Produktwelt des Herstellers bewegen – von der Portfolioübersicht bis hin zu einzelnen Detailseiten. Zudem kann an den interaktiven Screens auch gleich eine Datenabfrage erfolgen: So können schon auf der Messe ganz direkt und mit geringem Aufwand vor Ort Leads erzeugt werden.

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Blogbeitrag von Robert Nagel

Robert Nagel ist Redakteur bei der mds. Agenturgruppe. Er schreibt in Berlin zu strategischen und operativen Themen der Produkt- und Vertriebskommunikation.
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