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Potenziale von Industrie 4.0 im Mittelstand (Studie)

Potenziale von Industrie 4.0 im Mittelstand (Studie)

Dass Schlagworte wie Big Data, Internet der Dinge, Disruption und digitale Transformation nicht nur internationale Großkonzerne angehen, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch wie sieht es bei der Umsetzung der viel berufenen Digitalisierung (Stichwort: Industrie 4.0) im deutschen Mittelstand aus? Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) hält den Stand der Dinge fest.

Die Studie entstand beim IML in Kooperation mit der agiplan GmbH und der Zenit GmbH. Auftraggeber war das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Die Autoren stellen die Frage, inwiefern sich eine durchgängige Digitalisierung im Mittelstand auf die Dimensionen Technik, Organisation, Menschen und Geschäftsmodelle auswirken wird und welche Chancen dadurch für den Mittelstand entstehen. Sie identifizieren in diesem Zusammenhang sechs Technologiefelder und bewerten diese anhand eines „Technology Readiness Level" (TRL), je nachdem ob die Technologien noch vor der Einführung stehen oder bereits evaluiert bzw. implementiert wurden.

Die Umsetzung erfolgt laut der Studie in fünf sogenannten Funktionsbereichen. Dies sind Industrie-4.0-Anwendungen, die in den Unternehmen bereichsübergreifend relevant werden. Die Autoren formulieren zu den einzelnen Funktionsbereichen Leitfragen und fassen Chancen und Risiken zusammen. Hier im Einzelnen die Bereiche und Leitfragen:

1. Datenerfassung und -verarbeitung

Welche Daten werden erfasst/generiert und wofür werden sie verarbeitet?

2. Assistenzsysteme

Wodurch werden Beschäftigte bei ihrer Arbeit unterstützt, sodass sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können?

3. Vernetzung und Integration

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen bzw. innerhalb der Abteilung und mit Partnern im Netzwerk? Welche Daten werden ausgetauscht?

4. Dezentralisierung und Serviceorientierung

Welche Leistungen bzw. welche Services werden anderen Abteilungen und Partnern angeboten und welche werden selbst genutzt?

5. Selbstorganisation und Autonomie

Wie wird gesteuert, was wird automatisch geregelt?

Zum Umsetzungsstand in den Unternehmen wird festgestellt, dass trotz einiger erster Schritte viele mittelständische Unternehmen noch am Anfang stehen. Defizite wurden dabei in allen fünf Funktionsbereichen festgestellt, mit besonderem Handlungsbedarf in den Bereichen Assistenzsysteme sowie Vernetzung und Integration.

Eine erfolgreiche Umsetzung benötige allerdings ein zweifaches Umdenken. So müsse erstens an die Stelle zentraler Steuerung eine dezentrale Prozessverantwortung treten. Zweitens müsse das produktorientierte Geschäftsmodell in sämtlichen Bereichen einem serviceorientierten Geschäftsmodell weichen.

Zum Schluss gibt die Studie eine Reihe von Handlungsempfehlungen, unter anderem zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, zur Normenentwicklung und zur IT-Sicherheit.

Die vollständige Studie (32 Seiten) findet sich neben einer 400 Seiten starken Langfassung hier.

 

Blogbeitrag von Robert Nagel

Robert Nagel ist Redakteur bei der mds. Agenturgruppe. Er schreibt in Berlin zu strategischen und operativen Themen der Produkt- und Vertriebskommunikation.
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